Danny (18)

geschrieben in gesellschaftliches, menschliches am März 8th, 2010 von ra.f.

Danny war kein unbeschriebenes Blatt. Vor vier Jahren galt er als der schlimmste Jugendliche im Land, so nannten ihn seine Eltern und eine Zeitung  brachte es ganz groß raus. Damals war er der Held in der Hölle. Die Hölle, das war das Heim in das man ihn gesteckt hatte. Der Triumph des Ruhms hielt nicht lange an, bald darauf war da nur noch Wut und Hass auf alles und jeden. Und er lies es raus, jeder bekam es zu spüren, Psychologen, Erzieher, Mitbewohner, immer brutaler, ohne Gnade. Man steckte ihn schließlich in eine Jugenderziehungsanstalt, schloss in weg, man vergaß ihn.

Es gab Momente da dachte er über sein Handeln nach und es gab auch Momente da wollte er sich ändern. Doch er konnte sich nicht kontrollieren, nicht beherrschen, er konnte die Grenzen nicht erkennen über die er trat. Er hat schon immer getan was er wollte, man hat ihn tun lassen, andere zählten nicht, null Toleranz.

Es geschah drei Monate vor seinem achtzehnten Geburtstag. Ein neue Sozialarbeiterin trat ihren Dienst in der Anstalt an. Sie war um die 30 und  hatte entfernt Ähnlichkeit mit seiner Mutter.  Er hasste sie.

Bei ihrem ersten Gespräch lies er sie seine Verachtung spüren, beschimpfte sie, beleidigte sie und er sah das sein Worte Wirkung zeigten. Aber er sah auch das er sie nicht brechen konnte und seine Waffen wurden stumpf. Sie sagte: “hör auf damit” und er begann zu weinen. Sie nahm ihn in die Arme, dann war es vorbei.

Nein, natürlich ging das nicht ganz so schnell. Aber schneller als es jeder für möglich gehalten hatte. Sie war immer da, sie war da für ihn, kümmerte sich um ihn, sie nahm in ernst, hörte ihm zu, sie war streng und unnachgiebig. Die nächsten Wochen erhielt er einen Crashkurs in Sachen Respekt und Nächstenliebe. Er hörte auf sie, nie zuvor hatte er auf jemanden gehört. Er lerne sich kontrollieren und seine Gefühle in Zaum zum halten. Er war glücklich und stolz.

Heute ist sein achtzehnter Geburtstag. Endlich erwachsen! Seine letzte Beurteilung ist gut, er darf raus, er ist frei, das ganze Leben vor sich. Und da ist eine Perspektive wo vorher nur Nebel war. Die ersten Schritte auf diesem Weg führen ihn in den nächsten Blumenladen, wo er den ersten Strauß rote Rosen seines Lebens kauft.

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Das Konzert

geschrieben in menschliches am März 5th, 2010 von ra.f.
(Fortsetzung von hier)

Er spürt wie sie ihn plötzlich anblickt. Er fühlt sich ertappt, wie ein schüchterner Junge der etwas verbotenes tut. Das war ein Gefühl das er lange schon nicht mehr kannte.

Es gab eine Zeit da war das anders, da fühlte er das Leben in sich auf blühen, vergessen war die trostlose Kindheit. Es war der Tag des Konzertes. Es war im Sommer, im Stadion, ein Open-Air, er und seine Kumpels ganz vorne dabei. Die Stimmung war berauschend noch ehe die Band die Bühne betrat. Von hinten wurde mit unwiderstehlicher Gewalt geschoben, es war eng und es war heiß. Ein Duft stieg ihm in die Nase, eine Mischung aus milder Seife und zartem Schweiß. Erst jetzt registrierte er das Mädchen vor ihm und spürte wie ihre Körper aneinander gepresst wurden. Die Band begann zu spielen und die Atmosphäre wurde magisch. Langsam begannen sie sich rhythmisch zur Musik zu bewegen, miteinander zu tanzen, es war ein wundervoller Moment. Der Abend wurde langsam zur Nacht und ein heftiger Sommerregen setzte ein, in den Regentropfen vor seinen Augen  brachen sich die Lichter der Bühne zu einem Kaleidoskop aus Farben. Der Druck der Menge ließ etwas nach, doch ihre Verschmelzung wurde intensiver als sich ihre Hände fanden. So tanzten sie miteinander bis die letzte Zugabe gespielt war und die grellen Scheinwerfer das Stadion fluteten. Nur einen Augenblick ließ er sie aus den Augen. Als er sich wieder umdrehte war sie verschwunden.Voll Schrecken suchten seine Augen die Umgebung ab und Erleichterung machte sich breit als er sie wiederfand. Sie drehte sich um, ihre Blicke verliebten sich. Es war das erste mal das er ihr Gesicht sah … die Menge löste sich auf, seine Kumpels zogen ihn mit sich, er riss sich los, wühlte sich gegen den Strom, doch sie war verschwunden … es war das letzte mal das er ihr Gesicht sah.

Das alles lag lange zurück. Er hat sie nie wieder gesehen, er konnte nie aufhören an sie zu denken. Er hat sie gesucht, überall, voll Hoffnung zuerst, dann nur mehr aus purer Verzweiflung. Es wurde zur Obsession, nichts anderes in seinem Leben hatte noch Bedeutung, er verlor sich, er verblühte und alle sahen nur noch den Versager in ihm.

Irgendwann war er dagegen abgestumpft. Wollte all die Vorwürfe nicht mehr hören, hat einfach dicht gemacht, nichts konnte ihn mehr erreichen. Damals hatte er das Trinken angefangen. Es half ihm durch die Nächte, half ihm nicht an sie zu denken, half ihm nicht an sein verkorkstes Leben zu denken. Als er merkte was es aus ihm machte war es zu spät. Er konnte nicht damit aufhören, auch wenn die Wirkung längst verflogen war. Damals starb er das erste Mal.

Jetzt saß er hier, auf dieser Bank an diesem See. Er musste einen abstoßenden Anblick abgeben. Hatte sie Angst vor ihm? Er könnte es verstehen, denn er war nicht mehr als ein Geist … ein Niemand!

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Was ist ein “Hut”

geschrieben in philosophisches, sinnloses am Februar 20th, 2010 von ra.f.

Mein Drucker am Arbeitsplatz meint in letzter Zeit mir etwas Abwechslung verschaffen zu müssen und spuckt immer mal wieder Dokumente aus längst vergessenen Tagen aus. So kam vor kurzen ein historisches Dokument zum Vorschein mit dem schönen Titel: Was ist ein “Hut”?

Was soll das? Wer stellt sich so eine unnütze Frage? Beim Lesen ist mir dann klar geworden, dass hier ein wahrer Philosoph am Werk war, denn darin stehen so denkwürdige Sätze wie:

Es gibt zwei Arten von Hüten: einen Hut den man sich selbst aufgesetzt hat … (und) einen Hut der an jemandem delegiert wurde. Ein Hut hat immer einen Initiator. Er ist derjenige der die Problematik erkannt, Verantwortung übernommen und damit einen Hut erschaffen hat. Er ist auch derjenige der den Hut wieder verschwinden lassen kann… Nur eine Person kann ein Hut tragen … auf der anderen Seite kann eine Person mehrere Hüte tragen.

Ist das nicht reine Magie? Fehlt eigentlich nur noch das weiße Kaninchen. Plötzlich wurde mir klar, dass das Thema ja gar nicht so ungewöhnlich ist. Bereits im kleinen Prinz wird die Frage nach dem Hut dahingehend beantwortet, dass es ja eigentlich kein Hut im engeren Sinne sei, sondern eine Boa Constrictor die einen Elefanten gefressen hat.

Hut

Da sind sie wieder, die Ängste unserer Zeit, die Ängste vor Hüten und dass man nicht sagen kann was sich in einem Hut verbirgt. Man muss zuerst sein Innerstes erforschen. Dann verrät uns der Fuchs sein schönes Geheimnis:

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Darum seid auf der Hut und schließt die Augen.

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Minimal Demokrat

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am Februar 17th, 2010 von ra.f.

Heute ist politischer Aschermittwoch. Nun ja, das wird vielen, so wie mir auch, ziemlich gleichgültig sein. Offen gestanden, das tägliche Kasperletheater der Politik interessiert mich fast überhaupt nicht. Es reicht mir meist völlig einmal die Woche eine grobe Zusammenfassung der Schlagzeilen zu bekommen. Aber da ist eine Frage die ich mir immer wieder stelle. Was ist das Minimum an Bürgerpflicht das ich meinem demokratischen Land schuldig bin?

Denn meine grundsätzliche Überzeugung  ist es schon, dass die freiheitlichen Privilegien , die soziale und gesellschaftliche Sicherheit  und auch der relative Wohlstand in dem ich lebe, keine gottgegebene Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas woran das demokratische Prinzip in diesem Land einen großen Anteil hat und wofür viele Menschen in der Vergangenheit sehr viel gegeben haben und das auch heute noch tun. Was muss  also ein pflichtbewusster Demokrat tun, damit er dieses Prinzip 1. nicht durch Gleichgültigkeit schwächt und 2. sich als Teil eines stabilen Rückrates einer demokratischen Gesellschaft bezeichnen darf?

Spontan fällt einen zum Thema Bürgerpflicht ein: wählen gehen. Richtig, und allgemeiner gesagt, alle Pflichten erfüllen die das Grundgesetz dem Einzelnen auferlegt. Reicht das aus? Nein, ich schätze nicht, denn das sind alles rein passive Dinge (auch “wählen gehen” kann eine rein passive Handlung sein). Darüber hinaus macht es das Grundgesetz zu dem goldenen Kalb, von dem das gesamte demokratische Prinzip auszugehen scheint, was aber eine falsche Sichtweise ist, denn das Grundgesetz ist nur Ausdruck des demokratischen Kodex bzw. Gesellschaftsvertrags, nicht aber dessen Ursprung.

Also was gehört dazu um ein aufrechter Minimal-Demokrat zu sein?  Abschließend habe ich diese Frage für mich noch nicht geklärt,  aber eines gehört sicherlich dazu: Wachsamkeit!
Damit meine ich Wachsamkeit gegenüber Entwicklungen die der Demokratie nachhaltig Schaden zufügen. Da stellen sich natürlich wieder zwei Fragen: 1. Wer bestimmt was schädlich für die Demokratie ist und 2. was ist zu tun wenn die Alarmglocken läuten? Meine aktuelle Antwort auf diese Fragen lauten: ich bestimme, was schädlich ist für meine Demokratie und ich bestimme was dann zu tun ist! Denn ich als einzelnes Individuum forme mit meiner Meinung und meinen Handlungen diese Gesellschaft mit. Und das Gesamtsystem Demokratie das sich daraus bildet, ist mehr als die Summe seiner Teile und es organisiert und erhält sich dadurch selbst.

Soviel zur Theorie.

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Goodbye Valentine

geschrieben in menschliches am Februar 14th, 2010 von ra.f.

Valentinstag neigt sich langsam dem Abend zu. Die Blumen blühen noch wie die Augen der Verliebten, die Küsse schmecken süß, dass selbst die Pralinen sich damit nicht messen können und die umschließenden Arme erinnern daran das der Frühling der Ewigkeit doch gerade erst begonnen hat.

Doch den Glücklichen da Draußen will ich diesen Post nicht widmen. Ich denke an jene, die heute allein auf der Couch sitzen, mit nichts weiter im Arm als einem Kissen. Deren Feuchtigkeit in den Augenwinkeln nicht richtig trocknen will. Die hin und her gerissen sind zwischen Sehnsucht, Wut, Selbstzweifel und Zorn. Keine schlauen Worte wurden jemals gesprochen, keine Medikamente erfunden, die ihren Schmerz vertreiben können. Nichts, außer der Vergesslichkeit der Zeit.

Oft wurde dieser melancholische Blues schon besungen. Auch wenn diese Lieder die Geschehnisse nicht verändern, so geben sie doch wenigstens den Trost das auch andere diese Zeiten durchmachen … oder durch gemacht haben …  oder durchmachen werden.

A Fine Frenzy besingt es in ihrem Lied “Almost Lover” mit den Worten:

ich wollte dich für immer glücklich machen
ich dachte du wolltest das selbe für mich

Goodbye, mein beinah Geliebter
Goodbye, mein hoffnungsloser Traum
ich versuche nicht mehr an dich zu denken
kannst du mich nicht einfach loslassen?
mach’s gut, du glücklichlose Romanze
ich wende dir meinen Rücken zu
hätte wissen müssen das du nur Kopfschmerz bringst
wie beinah Geliebte es immer tun

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Todfeinde

geschrieben in kulturelles, sinnloses am Februar 9th, 2010 von ra.f.

Die beiden konnten sich nicht leiden. Schon seit Kindertagen prügelten sie aufeinander ein. Manchmal mit Worten, manchmal mit Schlägen, immer boshaft und immer maximal verletzend.

Jetzt standen sie sich gegenüber zum letzten Duell; bewaffnet, geladen und bereit.  Der Hass stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Heute wird es sich entscheiden. Unzählige Stunden der Wut, der Erniedrigung. All die Jahre und jetzt hier. Sämtliche Gemeinheiten kommen hoch und konzentrieren sich in diesem Moment. Einer muss verlieren, den höchsten Preis bezahlen. Jetzt wird es geschehen … entsichert! … der Finger am Abzug und der Abzug am Anschlag …

Die Nacht war stockfinster und totenstill. Niemand war hier, keine Zuschauer, kein schadenfrohes Gelächter, keine Anheizer. Niemand sieht wie sie auseinander gehen und den Sinn ihres Daseins zurück lassen…

Einige Zeit später fand man den einen erhängt in seinem Keller, der andere jagte sich in seinem Loch eine Kugel in den Kopf. Bei beiden fand man einen Zettel auf dem stand:

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Liebe ist…

geschrieben in menschliches, philosophisches am Februar 8th, 2010 von ra.f.

Sie ist das wichtigste Vermächtnis des Christentums, die stärkste Sehnsucht der Menschheit und wie schon Platon  schrieb “Der Wahnsinn der Götter”: DIE LIEBE! …

So stand es heute in der Einleitung zu einer neuen Artikel-Serie in der BILD Zeitung (08.02.2010). Na, da haben sie ja mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen … oder etwa nicht!?  Meiner Meinung nach so ziemlich die dümmste Definition von Liebe die ich je gelesen habe. Nächstenliebe, evolutionäre Selektion und Rumgepoppe verrückter Götter! Sollen das die Eckpfeiler sein zwischen denen die Liebe lebt! Fehlt da nicht noch ein bischen was! Leidenschaft, Hingabe, Fürsorge und Schmerz, eine ganz besondere Beziehung zwischen zwei Menschen.

Hier noch ein paar Definitionen aus anderen Quellen. Die Wikipedia definiert es auf diese, etwas sehr sterile, aber wahre Weise:

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist

Richard David Precht meint dazu:

Liebe ist eine unordentliches Gefühl

und man muss ihm schon irgendwo recht geben.
Bei Rammstein, wie kann es anders sein,  geht es ums rammeln:

Liebe ist für alle da

Den Schmerz und die Leidenschaft hat keiner besser auf den Punkt gebracht wie Franz Kafka:

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Aber die schönste und  romantischste  Beschreibung wie ich finde hat Nena besungen:

Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist

Und falls euch auch noch ein paar schöne Zitate einfallen, dann schreibt sie mir in den Kommentar.

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Back to Sinnlos

geschrieben in komisches, sinnloses am Februar 8th, 2010 von ra.f.

So, jetzt ist aber Schluss mit dem Winterschlaf. Wieder ganz schön Speck angesetzt die letzten Wochen und das nicht nur um die Hüften! Um der fortschreitenden Hirnverfettung wieder ein bisschen entgegen zu wirken, wird hier jetzt mal wieder ein bisschen geboggt. Im Übrigen frag ich mich jedes Jahr, wie es hibernierende Tiere schaffen im Schlaf ihre Fettpolster abzubauen. Mir gelang das noch nie. Ich sage dem Wissenschaftler der dieses Geheimnis lüftet unermesslichen Reichtum voraus.

Aber genug der Wahrsagerei. Was hat sich in den letzten Wochen sinnloses ereignet. Da gäbe es sicherlich einiges zu berichten. Anfangen möchte ich aber mit ein paar wirklich unnützen Schmankerln aus der Statistik, und zwar aus den Statistiken dieses Blogs. Schön brav, wie Maschinen nun mal sind, hat die Wortpresse die ich hier zum Schreiben verwende, alle Suchbegriffe aufgezeichnet, die die Besucher dieses Blogs bei Google & Co. eingegeben haben, bevor sie auf diese Seite kamen.
(Aber keine Sorge, niemand muss sich darum Sorgen machen, das ich ihn hier jetzt oute. Denn es ist mir völlig unmöglich raus zu finden wer hinter diesen kuriosen Suchbegriffen steckt. Aber sollte sich jemand darin wiederfinden, kann er sich ja mal melden ;-)

Hier also ein paar Bespiele sinnloser Suchender:

“sinnlos ficken” – das ist der Top Suchbegriff über den Leute auf diesen Blog kommen! Mich würde interessieren, wie hoch der Anteil der nymphoman veranlagten Leserschaft ist. Schreibt mir doch mal in den Kommentar. Im übrigen gibt es da einen der über das Stadium des sinnlosen fickens schon längst weit hinaus ist. Er suchte nach “eber ficken”. Ein wahrer Messias!

“das verb von bedürfnis” – pinkeln!

“träume ist das ein verb?” – sicher doch. Am liebsten ist mir dabei aber der Infinitiv.

“mutter kinder schwimmbad pullern” – das wahre Problem unserer Zeit. Liebe Mütter, seid euren Kindern ein Vorbild, lasst das sein.

“2003 öffne deine augen” – lass die Augen lieber zu

“gegenveranstaltung heiligabend” - das ist der politische Aschermittwoch, da wurde vorher schon gesoffen und danach erst wird das Alle-jahre-wieder Geblubber abgesondert.

“nach trennung leben sinnlos” – diese Frage lässt sich leider nur dann zufriedenstellend beantworten wenn der Fragende weiß ob vor der Trennung sein Leben einen Sinn hatte. In diesem Fall wäre die Antwort “vielleicht”, sonst tendiere ich eher zu einem klaren “nö”.

“welcome my son welcome to the machine üb” – da bin ich doch gerne behilflich, das heißt soviel wie “Willkommen Sohn ich weiß was du suchst” … die Idee zu diesem Satz hatte Pink Floyd im übrigen von Microsoft übernommen, die den arglosen User beim Starten von WindowsXP mit einem herzlichen “Willkommen” begrüßen.

“einsam schmerz tod” - leider ist das bei manchen eine Kausalkette

“bedeutung von sinnlos” oder “welche bedeutung hat sinnlos” – diese Suchanfragen machen mich schon ein bisschen Stolz. Ich hoffe die Suchenden haben eine entsprechend sinnlose Antwort hier gefunden. Falls nicht, ich arbeite dran, ok!? Schaut in einem Jahr nochmal vorbei.

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Forever Young

geschrieben in kulturelles, persönliches am Januar 1st, 2010 von ra.f.

Und wieder hat ein neues Jahr begonnen. Wer denkt da nicht ans älter werden? Doch schaut das Video von Alphaville. Das ist 80er Jahre Charme mit Overall und dauergewellter Schmalzfrisur. Die Bilder sind schon etwas in die Jahre gekommen. Aber hört auf die Musik von “Forever Young”! Wirkt sie nicht heute so frisch wie vor 26 Jahren? Man kann sagen sie ist zeitlos jung geblieben. Vielleicht ist das nur mein persönlicher Eindruck, mag sein. Doch darum geht es. Die Diamanten in unserem Leben, das sind die Dinge denen die Jahreszahlen nichts anhaben können. Und besitzt nicht jeder von uns so etwas das er für sich bewahrt?

Some are like water, some are like the heat
Some are a melody and some are the beat
Sooner or later they all will be gone
Why don’t they stay young
It’s so hard to get old without a cause
I don’t want to perish like a fading horse
Youth is like diamonds in the sun
And diamonds are forever


Ich wünsche allen ein gutes neues Jahr 2010

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Courage Fehlanzeige

geschrieben in alltägliches, gesellschaftliches am Dezember 27th, 2009 von ra.f.

“Mädel, die Tür ist da um den Rauch draußen zu halten.” fährt der alte Glatzkopf  in einem rüden Kommandoton die Kellnerin an. “Mach die Tür gefälligst hinter dir zu wenn du rein kommst. Und merkt dir das”. Die verdutzte Kellnerin war geschockt und konnte darauf nur noch ein kleinlautes “ja mach ich” erwidern. Diese kleine Szene beobachtete ich heute in einem Café.

Was bildete der Typ sich ein? Was glaubt der, wer er ist? Wie kommt er dazu in so einem Ton mit seinen Mitmenschen zu reden?  Spielt sich auf wie der König von Deutschland. Mag er in der Sache ja recht haben, aber das ist keine Art das zu äußern. Das sind keine Manieren! Das kann man auch freundlich sagen! So war meine empörte und gefühlte Reaktion darauf.

Nun gut, solche Leute wird es immer geben und solche Szenen spielen sich immer wieder ab. Unbemerkt oder ignoriert und unkommentiert.

Wieso hab ich nichts gesagt? Wieso hab ich mich nicht eingemischt und den Kerl darauf hingewiesen, dass seine Art und Weise so nicht akzeptabel ist? Das hab ich mich später dann gefragt. War das nicht eine Situation in der die viel beschworene Zivilcourage gefragt gewesen wäre? Ja, ich denke schon! Ok, der Bedienung  ist kein körperlicher Schaden zugefügt worden, aber wenn man bereits in solchen – eher harmlosen – Situationen nicht gegen schreiendes Unrecht seinen Mund aufmachen kann, wie kann man sich das dann in anderen -  kritischen oder gewalttätigen – Situationen zutrauen?

Edle Vorsätze! … völliges Versagen bei der Umsetzung! Das ist der Kern des Problems beim Thema Zivilcourage. Gerade bei solchen Alltagssituationen wird keine Kamera in der Nähe sein die dich als Held (oder Märtyrer)  über den Bildschirm flimmern lässt. Keine Gewinnerwartung! Nur der eigenen Feigheit muss man ins Gesicht sehen.

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