Schlafender Riese

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am September 27th, 2009 von ra.f.

Es war schon niedlich anzusehen wie in den letzten Tagen vor der Bundestagswahl versucht wurde die Nichtwählerschaft zu animieren doch zur Wahlurne zu gehen. Es war alles dabei, von Fernsehshows bis zu Kampagnen in den politik-entferntesten Zeitschriften und Online-Medien. Doch kann man diese Demokratisierungsversuche ernst nehmen?

Gerade die etablierten Parteien überkommen doch eher Angstzustände wenn sie an diesen schlafenden Riesen denken, den sie in keiner Weise fassen können. Die Befürchtung mit der Aktivierung dieses Potentials doch eher dem politischen Gegner in die Hände zu spielen ist sehr groß. Aber schlimmer noch wäre es für sie den Status Quo der Parteienlandschaft im Parlament durch weitere Protestparteien zu destabilisieren.
Nicht anders ist es zu begreifen, dass die Wahlpflicht der Bürger in diesem Land nicht mit mehr Nachdruck durchgesetzt wird, so wie es beispielsweise bei der jährlichen Steuererklärung der Fall ist.

Um zur obigen Frage zurück zu kommen, sicher kann man diese Versuche ernst nehmen. Aber der “Aufruf zur Wahl” bleibt eine der wichtigsten Aufgaben von demokratischen Idealisten. Ich persönlich hoffe sehr, daß diese Anstrengungen heute von Erfolg gekrönt werden.

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Kurz-Url-Dienste

geschrieben in technisches am September 26th, 2009 von ra.f.

Die Nutzung von sog. Kurz-Url-Diensten (siehe Wikipedia)  wie tinyurl.com oder bit.ly hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Gerade in der sozialen Netzwelt des Web 2.0 bieten diese Dienste einen eleganten  (und oft auch einzig gangbaren) Weg, um URL-Ungetüme auf eine überschaubare Länge zu kürzen.
Doch muss man gerade diese Dienste auch kritisch betrachten, denn so praktisch die sind, sie bieten ein nicht zu unterschätzendes Potential für Missbrauch (vgl. Seibert Media Weblog: Kurz-URL-Dienste: nützlich und riskant).

Eigentlich kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Betreiber dieser erfolgreichen Dienste versuchen werden diese auch auf breiter Front zu Profit zu machen. Von der Platzierung zwischen-geschalteter Werbung bis zum Verkauf von Nutzerprofilen ist dabei vieles denkbar. Ein unangenehmes Szenario wäre sicherlich auch der Verkauf an einen großen Bruder wie Google, Microsoft & Co. 

Als Mittler zwischen Link und Webseite sitzt ein solcher Dienst an der zentralen Stelle des World Wide Web, am Konzept der Verknüpfung (Verlinkung) von Inhalten. Die Nutzer dieser Dienste sollten sich darüber im Klaren sein bevor sie sich in eine allzu große Anhängigkeit begeben. Gerade große Websites haben die Möglichkeit – durch eigene technische Maßnahmen – einen angemessenen Ersatz für einen Kurz-Url-Dienst selbst zu betreiben. Social Network Websites wie Facebook, Twitter, StudiVz, usw. könnten einiges tun um solche verkürzten Links für ihre User transparenter zu machen.
Auch eine Bereitstellung einer solchen – rein technischen – Funktionalität durch die Infrastruktur des Web selbst wäre denkbar. Dafür müssten die verantwortlichen Gremien (ICANN, IETF oder W3C) die geeigneten Rahmenbedingungen und Standards schaffen. Aber deren Mühlen laufen sehr langsam.

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Vor dem Gesetz

geschrieben in gesellschaftliches, kulturelles am September 24th, 2009 von ra.f.

… Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet, das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seinem Pelzmantel genauer ansieht, seine große Spitznase, den langen, dünnen, schwarzen, tartarischen Bart, entschließt er sich doch, lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt…

Dieser Abschnitt, aus Kafkas berühmter Parabel “Vor dem Gesetz“, erlaubt viele Interpretationen. Doch wer einmal in die Regelwerke, Vorschriften und Verfahrensweisen der dritten Gewalt hineingezogen wurde, kann die Bedeutung dieser Worte fast in wörtlicher Form verstehen. Viel zu schnell kommt man als ungeschulter Beteiligter beim Kontakt mit der Jurisdiktion an die Grenzen des eigenen Verstandes und man wird sich mit aller Deutlichkeit der Machtlosigkeit bewusst mit der man vor diesem Apparat steht. Selbst wenn Kläger und Beklagte, Zeugen und fach-juristisches Personal einer Meinung sind, es hilft nichts, das Räderwerk lässt keine Abkürzungen zu und die Spielregeln sind bis ins kleinste Detail zu befolgen.

Und im Namen des Volkes ergeht das Urteil.

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Piratenpartei

geschrieben in politisches am September 20th, 2009 von ra.f.

Wir stehen hinter dem Grundgesetz in der grundsätzlichen Form, wie es unsere Gründungsväter 1949 ausgearbeitet haben(Quelle siehe hier)

Ist das nicht ein seltsamer Satz, den sich die Piratenpartei da in ihr Wahlprogramm geschrieben hat. Dieses fast schon religiöse Bekenntnis zu einem Gesetzestext mutet doch sehr antiquiert an. Noch dazu von einer Gruppierung, die durch die Wahl ihres Namens eher mit Gesetzlosigkeit assoziiert wird. Ok ok … “Nomen est omen”, der Name ist das Zeichen und dient hier in erster Linie natürlich dazu, die eigenen Sympathisanten und die real-weltlich eher uninteressierten Internet-Romantiker nach dem Rippen von “Fluch der Karibik – Teil 3″ in die Wahllokale zu befördern.
Oder ist etwa diese Partei, die die wahre Freiheit des Einzeln in der virtuellen Selbstverwirklichung sieht, wirklich so stark rückwärts gerichtet? Denn weiter heisst es:

Insbesondere lehnen wir Änderungen an dem die Grundrechte umfassenden ersten Abschnitt (Art. 1 bis 19) kategorisch ab, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass diese immer nur zu einem Abbau von Bürgerrechten führen(Quelle siehe hier)

Änderungen am Grundgesetz in dieser Form von vornherein zu verdammen ist schwierig. Denn das heißt doch auch, sich z.B. gegen Änderungen bzgl. der Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft oder der Benachteiligung behinderter Mitbürger auszusprechen. Beides Bereiche die erst in späteren Nachkriegsjahren im Grundgesetz konkretisiert und ergänzt wurden. Natürlich findet man auch – gerade als freiheitsliebender Idealist – viele Änderungen die den obigen Satz zu bestätigen scheinen (z.B. das Asylrecht und die Antastbarkeit der Wohnung, …). Nichts desto trotz, den Stillstand der Gesetzgebung zu propagieren ist Gift für den demokratischen Prozess und führt zu unerwünschtem Dogmatismus und einer Auslegungspolitik wie sie religöse Glaubensgruppierungen seit jahrhunderten praktizieren.
Und das ist doch das genaue Gegenteil dessen was die Piraten anstreben. Denn gerade die explizite Verankerung der “informationellen Selbstbestimmung” im Grundgesetz, die bisher nur durch die verfassungsrechtliche Rechtsprechung gesichert ist,  ist doch eines der Hauptziele dieser Partei.

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Ladegeräte

geschrieben in alltägliches, technisches am September 14th, 2009 von ra.f.

Wieso – das frage ich mich immer wieder – wieso benötigt jedes neue Handy Modell auch immer sein eigenes, nur für dieses Modell passende Ladegerät. Ist es denn nötig das Rad immer wieder neu zu erfinden?
Natürlich, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, wer von uns hat denn nicht ein altes Handy in der Schublade liegen! Ist ja klar, spätestens nach zwei Jahren bekommt man ein Neues hinterher geschmissen. Und man will es ja auch so; man will ja dem Stand der Technik nicht all zu weit hinterher hinken; und diese neuen Features braucht man schon … ja doch! … unbedingt! Alles schön und gut; das ist Konsum; davon leben die Hersteller und letztendlich wir alle ja auch ganz gut. Aber welche Innovation, welcher unbeschreibliche Fortschritt steckt denn in einem Ladegerät. Das Ding transformiert Strom auf ein erträgliches Maß und richtet ihn gleich; nichts besonders also; 8. Klasse Physikstoff! Also wieso braucht jedes dieser Dinger seinen eigenen, unverwechselbaren Steckertyp?
Kann nicht mal jemand eine Norm ins Leben rufen, die das ganze Problem auf einen Nenner bringt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es diese Normen ja sogar – wir leben schließlich in einer normalisieren Gesellschaft, wo man all zu viele Freiheitsgrade nicht lange duldet – aber wieso schafft es dann keiner, diese Normen auch durchzusetzen. Ist denn die Normierung von Ladegeräten nicht ebenso wichtig wie der Krümmungsgrad von Bananen?
Also mich nervt es! Ständig die Suche nach dem blöden Teil. Und wehe man hat es mal in der Ferne vergessen, da lernt man dann schnell die kleinen und feinen Unterschiede der einzelnen Modelle kennen.

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Perspektiven

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am September 7th, 2009 von ra.f.

Die Perspektive bestimmt die Wahrnehmung
Hier ein Beispiel:
1. Perspektive einer Wissenschaft (hier klicken)

2. Perspektive einer Gesellschaft (hier klicken)

3. Perspektive eines Individuums (hier klicken)

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Depression

geschrieben in menschliches am September 6th, 2009 von ra.f.

Das Gefühl ist immer da … mal ist es stärker … mal ist es schwächer … steckt tief in mir, kommt aus mir. Kann es nicht greifen … es entzieht sich meinem Willen … ich hasse es, ich hasse mich. Möchte es aus mir schneiden … die Klinge verfehlt ihr Ziel … und der Alien wütet weiter … bedeckt mein Leben mit kalter Asche, fahlem Staub … Freude ist gestorben … bleibt nur Schuld, elendes Versagen … und Angst, immer wieder Angst.
Versteht mich nicht falsch … ich liebe das Leben … mehr als jeder andere … doch durch diesen Vorhang, eine schlechte Karikatur

… kann nicht mehr

… will nicht mehr

… “ich geh mal tod….

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