Was ist ein “Hut”

geschrieben in nachdenkliches, sinnloses am Februar 20th, 2010 von ra.f.

Mein Drucker am Arbeitsplatz meint in letzter Zeit mir etwas Abwechslung verschaffen zu müssen und spuckt immer mal wieder Dokumente aus längst vergessenen Tagen aus. So kam vor kurzen ein historisches Dokument zum Vorschein mit dem schönen Titel: Was ist ein “Hut”?

Was soll das? Wer stellt sich so eine unnütze Frage? Beim Lesen ist mir dann klar geworden, dass hier ein wahrer Philosoph am Werk war, denn darin stehen so denkwürdige Sätze wie:

Es gibt zwei Arten von Hüten: einen Hut den man sich selbst aufgesetzt hat … (und) einen Hut der an jemandem delegiert wurde. Ein Hut hat immer einen Initiator. Er ist derjenige der die Problematik erkannt, Verantwortung übernommen und damit einen Hut erschaffen hat. Er ist auch derjenige der den Hut wieder verschwinden lassen kann… Nur eine Person kann ein Hut tragen … auf der anderen Seite kann eine Person mehrere Hüte tragen.

Ist das nicht reine Magie? Fehlt eigentlich nur noch das weiße Kaninchen. Plötzlich wurde mir klar, dass das Thema ja gar nicht so ungewöhnlich ist. Bereits im kleinen Prinz wird die Frage nach dem Hut dahingehend beantwortet, dass es ja eigentlich kein Hut im engeren Sinne sei, sondern eine Boa Constrictor die einen Elefanten gefressen hat.

Hut

Da sind sie wieder, die Ängste unserer Zeit, die Ängste vor Hüten und dass man nicht sagen kann was sich in einem Hut verbirgt. Man muss zuerst sein Innerstes erforschen. Dann verrät uns der Fuchs sein schönes Geheimnis:

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Darum seid auf der Hut und schließt die Augen.

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Minimal Demokrat

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am Februar 17th, 2010 von ra.f.

Heute ist politischer Aschermittwoch. Nun ja, das wird vielen, so wie mir auch, ziemlich gleichgültig sein. Offen gestanden, das tägliche Kasperletheater der Politik interessiert mich fast überhaupt nicht. Es reicht mir meist völlig einmal die Woche eine grobe Zusammenfassung der Schlagzeilen zu bekommen. Aber da ist eine Frage die ich mir immer wieder stelle. Was ist das Minimum an Bürgerpflicht das ich meinem demokratischen Land schuldig bin?

Denn meine grundsätzliche Überzeugung  ist es schon, dass die freiheitlichen Privilegien , die soziale und gesellschaftliche Sicherheit  und auch der relative Wohlstand in dem ich lebe, keine gottgegebene Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas woran das demokratische Prinzip in diesem Land einen großen Anteil hat und wofür viele Menschen in der Vergangenheit sehr viel gegeben haben und das auch heute noch tun. Was muss  also ein pflichtbewusster Demokrat tun, damit er dieses Prinzip 1. nicht durch Gleichgültigkeit schwächt und 2. sich als Teil eines stabilen Rückrates einer demokratischen Gesellschaft bezeichnen darf?

Spontan fällt einen zum Thema Bürgerpflicht ein: wählen gehen. Richtig, und allgemeiner gesagt, alle Pflichten erfüllen die das Grundgesetz dem Einzelnen auferlegt. Reicht das aus? Nein, ich schätze nicht, denn das sind alles rein passive Dinge (auch “wählen gehen” kann eine rein passive Handlung sein). Darüber hinaus macht es das Grundgesetz zu dem goldenen Kalb, von dem das gesamte demokratische Prinzip auszugehen scheint, was aber eine falsche Sichtweise ist, denn das Grundgesetz ist nur Ausdruck des demokratischen Kodex bzw. Gesellschaftsvertrags, nicht aber dessen Ursprung.

Also was gehört dazu um ein aufrechter Minimal-Demokrat zu sein?  Abschließend habe ich diese Frage für mich noch nicht geklärt,  aber eines gehört sicherlich dazu: Wachsamkeit!
Damit meine ich Wachsamkeit gegenüber Entwicklungen die der Demokratie nachhaltig Schaden zufügen. Da stellen sich natürlich wieder zwei Fragen: 1. Wer bestimmt was schädlich für die Demokratie ist und 2. was ist zu tun wenn die Alarmglocken läuten? Meine aktuelle Antwort auf diese Fragen lauten: ich bestimme, was schädlich ist für meine Demokratie und ich bestimme was dann zu tun ist! Denn ich als einzelnes Individuum forme mit meiner Meinung und meinen Handlungen diese Gesellschaft mit. Und das Gesamtsystem Demokratie das sich daraus bildet, ist mehr als die Summe seiner Teile und es organisiert und erhält sich dadurch selbst.

Soviel zur Theorie.

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Goodbye Valentine

geschrieben in menschliches am Februar 14th, 2010 von ra.f.

Valentinstag neigt sich langsam dem Abend zu. Die Blumen blühen noch wie die Augen der Verliebten, die Küsse schmecken süß, dass selbst die Pralinen sich damit nicht messen können und die umschließenden Arme erinnern daran das der Frühling der Ewigkeit doch gerade erst begonnen hat.

Doch den Glücklichen da Draußen will ich diesen Post nicht widmen. Ich denke an jene, die heute allein auf der Couch sitzen, mit nichts weiter im Arm als einem Kissen. Deren Feuchtigkeit in den Augenwinkeln nicht richtig trocknen will. Die hin und her gerissen sind zwischen Sehnsucht, Wut, Selbstzweifel und Zorn. Keine schlauen Worte wurden jemals gesprochen, keine Medikamente erfunden, die ihren Schmerz vertreiben können. Nichts, außer der Vergesslichkeit der Zeit.

Oft wurde dieser melancholische Blues schon besungen. Auch wenn diese Lieder die Geschehnisse nicht verändern, so geben sie doch wenigstens den Trost das auch andere diese Zeiten durchmachen … oder durch gemacht haben …  oder durchmachen werden.

A Fine Frenzy besingt es in ihrem Lied “Almost Lover” mit den Worten:

ich wollte dich für immer glücklich machen
ich dachte du wolltest das selbe für mich

Goodbye, mein beinah Geliebter
Goodbye, mein hoffnungsloser Traum
ich versuche nicht mehr an dich zu denken
kannst du mich nicht einfach loslassen?
mach’s gut, du glücklichlose Romanze
ich wende dir meinen Rücken zu
hätte wissen müssen das du nur Kopfschmerz bringst
wie beinah Geliebte es immer tun

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Todfeinde

geschrieben in kulturelles, sinnloses am Februar 9th, 2010 von ra.f.

Die beiden konnten sich nicht leiden. Schon seit Kindertagen prügelten sie aufeinander ein. Manchmal mit Worten, manchmal mit Schlägen, immer boshaft und immer maximal verletzend.

Jetzt standen sie sich gegenüber zum letzten Duell; bewaffnet, geladen und bereit.  Der Hass stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Heute wird es sich entscheiden. Unzählige Stunden der Wut, der Erniedrigung. All die Jahre und jetzt hier. Sämtliche Gemeinheiten kommen hoch und konzentrieren sich in diesem Moment. Einer muss verlieren, den höchsten Preis bezahlen. Jetzt wird es geschehen … entsichert! … der Finger am Abzug und der Abzug am Anschlag …

Die Nacht war stockfinster und totenstill. Niemand war hier, keine Zuschauer, kein schadenfrohes Gelächter, keine Anheizer. Niemand sieht wie sie auseinander gehen und den Sinn ihres Daseins zurück lassen…

Einige Zeit später fand man den einen erhängt in seinem Keller, der andere jagte sich in seinem Loch eine Kugel in den Kopf. Bei beiden fand man einen Zettel auf dem stand:

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Liebe ist…

geschrieben in menschliches, nachdenkliches am Februar 8th, 2010 von ra.f.

Sie ist das wichtigste Vermächtnis des Christentums, die stärkste Sehnsucht der Menschheit und wie schon Platon  schrieb “Der Wahnsinn der Götter”: DIE LIEBE! …

So stand es heute in der Einleitung zu einer neuen Artikel-Serie in der BILD Zeitung (08.02.2010). Na, da haben sie ja mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen … oder etwa nicht!?  Meiner Meinung nach so ziemlich die dümmste Definition von Liebe die ich je gelesen habe. Nächstenliebe, evolutionäre Selektion und Rumgepoppe verrückter Götter! Sollen das die Eckpfeiler sein zwischen denen die Liebe lebt! Fehlt da nicht noch ein bischen was! Leidenschaft, Hingabe, Fürsorge und Schmerz, eine ganz besondere Beziehung zwischen zwei Menschen.

Hier noch ein paar Definitionen aus anderen Quellen. Die Wikipedia definiert es auf diese, etwas sehr sterile, aber wahre Weise:

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist

Richard David Precht meint dazu:

Liebe ist eine unordentliches Gefühl

und man muss ihm schon irgendwo recht geben.
Bei Rammstein, wie kann es anders sein,  geht es ums rammeln:

Liebe ist für alle da

Den Schmerz und die Leidenschaft hat keiner besser auf den Punkt gebracht wie Franz Kafka:

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Aber die schönste und  romantischste  Beschreibung wie ich finde hat Nena besungen:

Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist

Und falls euch auch noch ein paar schöne Zitate einfallen, dann schreibt sie mir in den Kommentar.

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Back to Sinnlos

geschrieben in komisches, sinnloses am Februar 8th, 2010 von ra.f.

So, jetzt ist aber Schluss mit dem Winterschlaf. Wieder ganz schön Speck angesetzt die letzten Wochen und das nicht nur um die Hüften! Um der fortschreitenden Hirnverfettung wieder ein bisschen entgegen zu wirken, wird hier jetzt mal wieder ein bisschen geboggt. Im Übrigen frag ich mich jedes Jahr, wie es hibernierende Tiere schaffen im Schlaf ihre Fettpolster abzubauen. Mir gelang das noch nie. Ich sage dem Wissenschaftler der dieses Geheimnis lüftet unermesslichen Reichtum voraus.

Aber genug der Wahrsagerei. Was hat sich in den letzten Wochen sinnloses ereignet. Da gäbe es sicherlich einiges zu berichten. Anfangen möchte ich aber mit ein paar wirklich unnützen Schmankerln aus der Statistik, und zwar aus den Statistiken dieses Blogs. Schön brav, wie Maschinen nun mal sind, hat die Wortpresse die ich hier zum Schreiben verwende, alle Suchbegriffe aufgezeichnet, die die Besucher dieses Blogs bei Google & Co. eingegeben haben, bevor sie auf diese Seite kamen.
(Aber keine Sorge, niemand muss sich darum Sorgen machen, das ich ihn hier jetzt oute. Denn es ist mir völlig unmöglich raus zu finden wer hinter diesen kuriosen Suchbegriffen steckt. Aber sollte sich jemand darin wiederfinden, kann er sich ja mal melden ;-)

Hier also ein paar Bespiele sinnloser Suchender:

“sinnlos ficken” – das ist der Top Suchbegriff über den Leute auf diesen Blog kommen! Mich würde interessieren, wie hoch der Anteil der nymphoman veranlagten Leserschaft ist. Schreibt mir doch mal in den Kommentar. Im übrigen gibt es da einen der über das Stadium des sinnlosen fickens schon längst weit hinaus ist. Er suchte nach “eber ficken”. Ein wahrer Messias!

“das verb von bedürfnis” – pinkeln!

“träume ist das ein verb?” – sicher doch. Am liebsten ist mir dabei aber der Infinitiv.

“mutter kinder schwimmbad pullern” – das wahre Problem unserer Zeit. Liebe Mütter, seid euren Kindern ein Vorbild, lasst das sein.

“2003 öffne deine augen” – lass die Augen lieber zu

“gegenveranstaltung heiligabend” - das ist der politische Aschermittwoch, da wurde vorher schon gesoffen und danach erst wird das Alle-jahre-wieder Geblubber abgesondert.

“nach trennung leben sinnlos” – diese Frage lässt sich leider nur dann zufriedenstellend beantworten wenn der Fragende weiß ob vor der Trennung sein Leben einen Sinn hatte. In diesem Fall wäre die Antwort “vielleicht”, sonst tendiere ich eher zu einem klaren “nö”.

“welcome my son welcome to the machine üb” – da bin ich doch gerne behilflich, das heißt soviel wie “Willkommen Sohn ich weiß was du suchst” … die Idee zu diesem Satz hatte Pink Floyd im übrigen von Microsoft übernommen, die den arglosen User beim Starten von WindowsXP mit einem herzlichen “Willkommen” begrüßen.

“einsam schmerz tod” - leider ist das bei manchen eine Kausalkette

“bedeutung von sinnlos” oder “welche bedeutung hat sinnlos” – diese Suchanfragen machen mich schon ein bisschen Stolz. Ich hoffe die Suchenden haben eine entsprechend sinnlose Antwort hier gefunden. Falls nicht, ich arbeite dran, ok!? Schaut in einem Jahr nochmal vorbei.

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