Gutenberg Zauber

geschrieben in persönliches am Juli 9th, 2010 von ra.f.

Gerade sitze ich hier in meiner überhitzten Dachwohnung. Die Kleine schläft friedlich im Hintergrund. Der angenehme Klang entfernter Jazz Musik dringt von draußen herein und gibt dem Glas leicht-gekühltem Rotwein eine ganz besondere Beinote. Am Horizont über den Dächern der Häuser ist noch das letzte Glimmen der untergegangene Sonne zu erahnen und ein laues Lüftchen, das durch die weit aufgerissen Fenster streift, kündigt die wohltuende Abkühlung der Nacht an.

Entspannung ist es was mir in den Sinn kommt. So muss Urlaub sein, denk ich mir. Und tatsächlich, es ist ein ganz besonderer Flair, der an solchen Sommertagen den Zauber dieser Gegend ausmacht.  Der Gegend rund um den Karlsruher Gutenbergplatz.

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Der rote Bügel

geschrieben in alltägliches, komisches am Juli 8th, 2010 von ra.f.

Es gibt Ideen die sind es einfach wert das man sie mal erwähnt. Wie beispielsweise auch der folgende raffinierte Einfall, der besonders ein großes Leid modebewußter Frauen auf ein erträgliches Maß reduzieren könnte.

Kürzlich erzählte ein Kollege von einer Freundin oder Bekannten die folgendes Verfahren zum Aussortieren nicht mehr getragener Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank, anwendet. Dazu, hängt sie zum Jahresbeginn einen roten Kleiderbügel ganz links an die Stange ihres Schranks. Jedes Wäschestück, dass sie im Laufe des Jahres nun von der Stange nimmt um es zu tragen, hängt sie, nach erfolgreicher Nutzung und Reinigung,  wieder zurück an die Stange, und zwar – und jetzt kommt der Clou – immer links vom roten Bügel. Am Ende des Jahres hängen also nun alle Kleider, die im Laufe des Jahres getragen wurden links vom Bügel und alle die nicht getragen wurden rechts vom Bügel. Dem Leser oder der Leserin sei nun die Schlussfolgerung selbst überlassen, welcher Teil des Kleiderschranks sich für die Kleidersammlung am besten eignet.

Ist diese Idee nicht weltbewegend?  Beschreibt sie nicht eine alltags-taugliche Lösung für eines der Kernprobleme unserer modernen Gesellschaft? Sollte die Erfinderin dieses wunderbaren Einfalls zufälligerweise diese Zeilen lesen, möge sie sich doch bitte kurz zu Wort melden und mir bestätigen (oder mich korrigieren), dass ich ihr Verfahren hier korrekt wiedergegeben habe.

Noch ein paar kleine Tipps:

1. für Rechtshänder(*) empfiehlt es sich dieses Verfahren, spiegel-verkehrt anzuwenden. Also roter Bügel recht und alles rechts vom roten Bügel wieder einordnen. Und ganz wichtig – bitte nicht vergessen – am Ende des Jahres all das, was links vom Bügel hängt aussortieren.

2. für Farbenblinde, insbesondere bei einer ausgeprägten Rotschwäche(*), wäre auch ein grüner Bügel mit gelb-gepunkteten Giraffen geeignet.

3. Menschen – egal ob Frau oder Mann – die Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Links und Rechts haben(*), sollten dieses Verfahren besser nicht anwenden, es könnte unerklärliche Nebenwirkungen haben.

4. für Männer(*)  – gleich welchen Alters – ist dieses Vorgehen grundsätzlich ungeeignet, da am Ende des Jahres auf der rechten Seite des Bügels keine Kleidungsstücke mehr hängen werden. In manchen Extremfällen wird auch links vom Bügel nichts mehr zu finden sein.

(*) wie z.B. der Autor dieser Zeilen

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Torres

geschrieben in kulturelles, menschliches am Juli 5th, 2010 von ra.f.

Der Ball kommt steil von Xavi
… er tritt an
… an Lahm vorbei
… Lehmann stürmt heran,
… wirft sich ihm entgegen
… ein Heber … ein Sprung
… der Ball springt ins leere Tor
… 1:0
… das war sein größter Moment

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Zwischen zwei Tagen

geschrieben in nachdenkliches, persönliches am Juli 5th, 2010 von ra.f.

Ich erreiche den Ort kurz vor Mitternacht. Ein Gewitter zieht auf, ferne Blitze erhellen die Szene. Die Stadt liegt unter mir, strahlend in ihren Lichtern, berauschend wie es immer war. Ein starker Wind weht kühl, doch nicht unangenehm.

Immer wieder zieht es mich an diesen Ort. Hier kreuzen sich Erinnerungen, hier fällt es leicht auf unsichtbare Wahrheiten zu blicken, hell erleuchtet von der Nacht.  Alte Träume kommen mir in den Sinn, ich erkenne sie gut, doch sind sie längst entstellt, wie Zombies aus einer imaginären Welt.

Ein Gefühl des Triumphs steigt in mir auf. Neue Wünsche werden geboren. Der Plan wird angepasst, die Zeit ist gut gewählt. Zwei Wege entstehen. Der Eine führt zurück zu dem was ich immer wollte. Der Zweite lässt nur Dunkelheit erblicken. Welches der richtige ist, lässt sich nicht sagen, im hier und jetzt, zwischen zwei Tagen.

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