Jesus

geschrieben in menschliches, nachdenkliches am Dezember 19th, 2010 von ra.f.

Der kleine Jesus freute sich auf seinen Geburtstag wie jedes andere Kind in seinem Alter es auch tat. Schon Wochen zuvor konnte er nur an diesen einen Tag denken, an all die vielen Geschenke die ihn erwarteten; Mama die für ihn sein Lieblingsessen kochen würde, Spaghetti mit Tomatensoße, aber ohne Käse; er würde seine Freunde einladen und sich von ihnen feiern lassen; sein Stiefvater würde die Esel und die Ochsen aus dem Stall treiben, um darin die Party zu feiern.

Mehr als zweitausend Jahre sitzt er nun schon hier bei seinem Papa und denkt immer wieder sehnsuchtsvoll an die Unschuld dieser Kindertage zurück. Doch vorbei sind die Tage an denen er übers Wasser laufen konnte. Dabei kommen ihm die Worte von Pink Floyd in den Sinn, die da sangen:

If you should go skating
On the thin ice of modern life
Dragging behind you the silent reproach
Of a million tear-stained eyes
Don’t be surprised when a crack in the ice
Appears under your feet.
You slip out of your depth and out of your mind
With your fear flowing out behind you
As you claw the thin ice

(dt.: schlitternd über das Eis des modernen Lebens ziehst du die stillen Vorwürfe von millionen Tränen hinter dir her. Sei nicht überrachst wenn sich unter deinen Füßen ein Sprung im Eis auftut. Du versuchst aus deiner Tiefe zu gleiten, deines Verstandes beraubt und die Angst sitzt dir im Nacken, während du dich ans dünne Eis krallst.)

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Pisagisten

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am Dezember 8th, 2010 von ra.f.

Heute morgen habe ich zwei Artikel über die neue Pisa Studie in einer regionalen Tageszeitung gelesen.

Der erste Artikel auf der Titelseite bejubelte die positive Entwicklung im deutschen Schulsystem in den letzten 10 Jahren, was dazu führte das sich Deutschland im internationalen Ranking von einem hinteren Platz im Mittelfeld auf einen mittleren Platz im Mittelfeld verbesserte. Weitere Einsichten in die Studie gab es kaum, lediglich darauf aufbauende Schlussfolgerungen.

Im zweiten Artikel wurde versucht näher auf die Studie einzugehen. Es wurde versucht das zustande kommen der Ergebnisse zu erklären. Darunter durchaus auch kritische Anmerkungen, wie z.b., dass die Verbesserungen auch dadurch zu erklären wäre, dass deutsche Schüler einfach besser auf die Art von Aufgaben vorbereitet waren wie sie im Pisa-Test gestellt wurden, da ähnliche Aufgaben seit der ersten Pisa Studie vermehrt an den Schulen geübt werden.

Das seltsame dabei, der zweite Artikel befand sich auf der Seite die sich an Kinder und Jugendliche wendet.

Jetzt frage ich mich, wieso ist man bemüht Kindern und Jugendlichen eine detailliertere Analyse zu vermitteln als Erwachsenen.

Ich sehe zwei mögliche Gründe dafür:

  1. man hält Erwachsene, also die dumme Vor-Pisa Generation, für unfähig dieser Analyse intellektuell zu folgen, oder
  2. ich bin einfach zu blöd, da die oben beschriebe Erkenntnis ja schließlich intuitiv jedem Normal-Erwachsenen einleuchten müsste, ohne dass man sie ihm wie einem kleinen Kind unter die Nase reibt.

Ich grüble noch darüber, was wohl das zutreffende ist. Falls es Möglichkeit 2 ist werde ich aber wohl nie drauf kommen. Vielleicht sollte ich mich zukünftig besser auf die Bild-Zeitung beschränken.

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Vom Dambedei zur Vögelei

geschrieben in komisches, sinnloses am Dezember 6th, 2010 von ra.f.

Das Web ist eine Ansammlung von nutzlosem Wissen, da kann bei “einfach mal schnell was googeln” schnell ein ganzer Nachmittag vergehen. Passiert mir eigentlich ständig, mit einer auffälligen Häufung an langweiligen Sonntagnachmittagen.

Nun ja es ist zwar nicht Sonntag aber heute war es der Dambedei der mich auf diese Reise geschickt hat. Ausgangspunkt war das Zungenbrecher-Wörtchen “Chräddiemänner”, das heute ein Kollege synonym für den Dambedei verwendet hat.

Eigentlich war ich ja bis dato der Meinung, der Dambedei sei eine Erfindung der Karlsruher Badenser – also Mittel-Badenser – da mir als gebürtigem Nord-Badenser dieses Männ’le völlig unbekannt war. Da muss ich also lernen das es noch etliche andere Bezeichnungen für dieses Hefemännchen gibt und das “Chrädiemänner” oder “Gräddimänner” wohl eher auf Süd-Badenser oder Fast-Schon-Schweizer hindeutet.

Ich weiß nicht warum, irgendwie hat’s mir dann das Wörtle “Ei” angetan. Innen drin und hinten raus hat’s ja was zu tun mit dem Dambedei. Gesucht hab ich aber nach einem Kabarettisten, dessen Name mir völlig entfallen ist, aber der ein wundervolles Stück über das  “Ei” in den deutschsprachigen Dialekten gespielt hat. Gefunden hab ich ihn nicht.

Dafür kam ich auf eine Seite die sich ganz den Kuriositäten der deutschen Sprache widmet, auf der der Autor überzeugend darlegt, dass das Geweih ohne h geschrieben, “ei” wie “hey” ohne h gesprochen und das Vogelei eigentlich das “Vögelei” sein müsste und auch das der Artikel “die” doch gern von nicht-muttersprachlich Deutsch-Sprechern als Einheitsartikel verwendet wird, da er neben dem weiblichen auch den Plural beschreibt, was – zugegeben aus meiner etwas vermännlichten Sicht – “die Vögelei” zu einer lustvollen Wortschöpfung mit Migrationshintergrund macht.

Und weil diese Beschäftigung heut Abend so unglaublich sinnlos war, ist mir mal wieder mein verwahrloster Blog eingefallen. Damit sich der nicht gar so allein gelassen fühlt, hab ich ihm heute diese Zeilen geschrieben. Und all die, die das auch noch lesen sind selbst schuld. Ich übernehme keine Haftung für sinnlose Zeitverschwendung.

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