Kurz-Url-Dienste
geschrieben in technisches am September 26th, 2009 von ra.f.Die Nutzung von sog. Kurz-Url-Diensten (siehe Wikipedia) wie tinyurl.com oder bit.ly hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Gerade in der sozialen Netzwelt des Web 2.0 bieten diese Dienste einen eleganten (und oft auch einzig gangbaren) Weg, um URL-Ungetüme auf eine überschaubare Länge zu kürzen.
Doch muss man gerade diese Dienste auch kritisch betrachten, denn so praktisch die sind, sie bieten ein nicht zu unterschätzendes Potential für Missbrauch (vgl. Seibert Media Weblog: Kurz-URL-Dienste: nützlich und riskant).
Eigentlich kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Betreiber dieser erfolgreichen Dienste versuchen werden diese auch auf breiter Front zu Profit zu machen. Von der Platzierung zwischen-geschalteter Werbung bis zum Verkauf von Nutzerprofilen ist dabei vieles denkbar. Ein unangenehmes Szenario wäre sicherlich auch der Verkauf an einen großen Bruder wie Google, Microsoft & Co.
Als Mittler zwischen Link und Webseite sitzt ein solcher Dienst an der zentralen Stelle des World Wide Web, am Konzept der Verknüpfung (Verlinkung) von Inhalten. Die Nutzer dieser Dienste sollten sich darüber im Klaren sein bevor sie sich in eine allzu große Anhängigkeit begeben. Gerade große Websites haben die Möglichkeit – durch eigene technische Maßnahmen – einen angemessenen Ersatz für einen Kurz-Url-Dienst selbst zu betreiben. Social Network Websites wie Facebook, Twitter, StudiVz, usw. könnten einiges tun um solche verkürzten Links für ihre User transparenter zu machen.
Auch eine Bereitstellung einer solchen – rein technischen – Funktionalität durch die Infrastruktur des Web selbst wäre denkbar. Dafür müssten die verantwortlichen Gremien (ICANN, IETF oder W3C) die geeigneten Rahmenbedingungen und Standards schaffen. Aber deren Mühlen laufen sehr langsam.


