Der rote Bügel

geschrieben in alltägliches, komisches am Juli 8th, 2010 von ra.f.

Es gibt Ideen die sind es einfach wert das man sie mal erwähnt. Wie beispielsweise auch der folgende raffinierte Einfall, der besonders ein großes Leid modebewußter Frauen auf ein erträgliches Maß reduzieren könnte.

Kürzlich erzählte ein Kollege von einer Freundin oder Bekannten die folgendes Verfahren zum Aussortieren nicht mehr getragener Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank, anwendet. Dazu, hängt sie zum Jahresbeginn einen roten Kleiderbügel ganz links an die Stange ihres Schranks. Jedes Wäschestück, dass sie im Laufe des Jahres nun von der Stange nimmt um es zu tragen, hängt sie, nach erfolgreicher Nutzung und Reinigung,  wieder zurück an die Stange, und zwar – und jetzt kommt der Clou – immer links vom roten Bügel. Am Ende des Jahres hängen also nun alle Kleider, die im Laufe des Jahres getragen wurden links vom Bügel und alle die nicht getragen wurden rechts vom Bügel. Dem Leser oder der Leserin sei nun die Schlussfolgerung selbst überlassen, welcher Teil des Kleiderschranks sich für die Kleidersammlung am besten eignet.

Ist diese Idee nicht weltbewegend?  Beschreibt sie nicht eine alltags-taugliche Lösung für eines der Kernprobleme unserer modernen Gesellschaft? Sollte die Erfinderin dieses wunderbaren Einfalls zufälligerweise diese Zeilen lesen, möge sie sich doch bitte kurz zu Wort melden und mir bestätigen (oder mich korrigieren), dass ich ihr Verfahren hier korrekt wiedergegeben habe.

Noch ein paar kleine Tipps:

1. für Rechtshänder(*) empfiehlt es sich dieses Verfahren, spiegel-verkehrt anzuwenden. Also roter Bügel recht und alles rechts vom roten Bügel wieder einordnen. Und ganz wichtig – bitte nicht vergessen – am Ende des Jahres all das, was links vom Bügel hängt aussortieren.

2. für Farbenblinde, insbesondere bei einer ausgeprägten Rotschwäche(*), wäre auch ein grüner Bügel mit gelb-gepunkteten Giraffen geeignet.

3. Menschen – egal ob Frau oder Mann – die Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Links und Rechts haben(*), sollten dieses Verfahren besser nicht anwenden, es könnte unerklärliche Nebenwirkungen haben.

4. für Männer(*)  – gleich welchen Alters – ist dieses Vorgehen grundsätzlich ungeeignet, da am Ende des Jahres auf der rechten Seite des Bügels keine Kleidungsstücke mehr hängen werden. In manchen Extremfällen wird auch links vom Bügel nichts mehr zu finden sein.

(*) wie z.B. der Autor dieser Zeilen

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Courage Fehlanzeige

geschrieben in alltägliches, gesellschaftliches am Dezember 27th, 2009 von ra.f.

“Mädel, die Tür ist da um den Rauch draußen zu halten.” fährt der alte Glatzkopf  in einem rüden Kommandoton die Kellnerin an. “Mach die Tür gefälligst hinter dir zu wenn du rein kommst. Und merkt dir das”. Die verdutzte Kellnerin war geschockt und konnte darauf nur noch ein kleinlautes “ja mach ich” erwidern. Diese kleine Szene beobachtete ich heute in einem Café.

Was bildete der Typ sich ein? Was glaubt der, wer er ist? Wie kommt er dazu in so einem Ton mit seinen Mitmenschen zu reden?  Spielt sich auf wie der König von Deutschland. Mag er in der Sache ja recht haben, aber das ist keine Art das zu äußern. Das sind keine Manieren! Das kann man auch freundlich sagen! So war meine empörte und gefühlte Reaktion darauf.

Nun gut, solche Leute wird es immer geben und solche Szenen spielen sich immer wieder ab. Unbemerkt oder ignoriert und unkommentiert.

Wieso hab ich nichts gesagt? Wieso hab ich mich nicht eingemischt und den Kerl darauf hingewiesen, dass seine Art und Weise so nicht akzeptabel ist? Das hab ich mich später dann gefragt. War das nicht eine Situation in der die viel beschworene Zivilcourage gefragt gewesen wäre? Ja, ich denke schon! Ok, der Bedienung  ist kein körperlicher Schaden zugefügt worden, aber wenn man bereits in solchen – eher harmlosen – Situationen nicht gegen schreiendes Unrecht seinen Mund aufmachen kann, wie kann man sich das dann in anderen -  kritischen oder gewalttätigen – Situationen zutrauen?

Edle Vorsätze! … völliges Versagen bei der Umsetzung! Das ist der Kern des Problems beim Thema Zivilcourage. Gerade bei solchen Alltagssituationen wird keine Kamera in der Nähe sein die dich als Held (oder Märtyrer)  über den Bildschirm flimmern lässt. Keine Gewinnerwartung! Nur der eigenen Feigheit muss man ins Gesicht sehen.

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Weihnachtsgedanken: Balance finden

geschrieben in alltägliches, menschliches am Dezember 24th, 2009 von ra.f.

James Jordan - Achieving balance

Beim Mittagessen erzählte ein Kollege von einer Regel die in Kantinen, Mensen und Großküchen angewandt wird, wie z.B in jener in der wir gerade saßen:  “Steht an einen Tag ein “gutes”  Menü auf der Speisekarte (gemeint ist ein vom Gast sehr gern genommenes Menü), muss auch das zweite angebotene Menü ein “gutes” Essen sein.  Denn die meisten Gäste würden das erste Menü wählen, würde neben dem “guten” Essen ein weniger gern genommenes Menü angeboten werden, was wiederum zur Folge haben kann, dass die Küche Probleme bekommt mit den vorhandenen Gerätschaften die Nachfrage zu decken.

Wieso erzähl ich das? Irgendwie schwirrt mir diese Geschichte seit dem im Kopf herum. Aber wieso? Ist es die Schlussfolgerung aus dieser Regel, dass entweder immer zwei gute Menüs angeboten werden müssen oder eben zwei weniger gute Menüs, denn beides zu mischen schließt die Regel ja gerade aus? Naja, das ist jetzt eher etwas für Großküchentheoretiker.
Nein, worauf ich hinaus will, diese Regel ist ein schönes kleines Beispiel das zeigt, wie wichtig es ist eine richtige Balance zu finden. Gleichmäßig verteilt läuft es einfach besser.

Hier kommt nun die Weihnachten ins Spiel. An diesen letzten Tagen im Jahr, beginnend mit dem heutigen Tag – Heiligabend -  kehrt für die meisten endlich etwas Ruhe ein. Und mit ein wenig Abstand wird man recht schnell erkennen wie es um die eigene Balance bestellt ist. Vielleicht zu viel Arbeit und vernachlässigtes Privatleben?  Zu viel “ich” und zu wenig “wir”, oder gerade umgekehrt? Alles zugleich geht nicht, aber wenn man es gut verteilt, dann geht es wohl. Alles braucht seine Zeit, und diese Zeit muss man sich gönnen.

Ich wünsche allen ein frohe Weihnacht.

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Marktlücke

geschrieben in alltägliches, komisches am Oktober 12th, 2009 von ra.f.

“Muss das sein?!” hab ich mich gefragt, als ich mit ein paar Leuten kürzlich eine noch relativ neue Gaststätte besuchte. Nein, ist nicht ganz korrekt, eigentlich hab ich mich gefragt “Muss ich da rein? “. Um was geht’s? … ja richtig! … es geht ums Pinkeln, ums Wasserlassen, ums Brunsen, um es mal ganz deutlich zu sagen. Jeder tut es und jeder muss mal.
So wie ich an jenem Abend auch. Also begab ich mich auf die Herrentoilette. Zuerst war ich ein wenig verwirrt. Ich befürchtete schon die Peinlichkeit versehentlich die Tür zur Damentoilette erwischt zu haben, denn alles was ich vor fand waren Handwaschbecken und Toilettenkabinen. (Ganz am Rande möchte ich hier mal kritisch anmerken: manchmal wird es einem nicht leicht gemacht Männlein und Weiblein auf den Türen zu unterscheiden).
Aber das war nicht das Problem, ich war definitiv im Herrenklo gelandet. Nur wo waren die Urinale? Ein zweiter Mann, der sich wohl besser aus kannte, drängte sich an mir vorbei, stellte sich vor ein Waschbecken und begann seinen Schlitz zu öffnen. Ich dachte der muss völlig besoffen sein und machte ihn auf seinen offensichtlichen Irrtum aufmerksam. Er zeigte nur auf ein Schild das über dem Spiegel vor dem Waschbecken angebracht war und meinte: “Das ist hier so!”, und dann noch so was wie: “Davon träumt man doch Zuhause immer nur!” … Hä! Wie bitte! Hab ich das richtig verstanden! Ich soll hier ins Waschbecken pissen! Also Leute, ihr habt sie doch nicht alle! Davon hab ich garantiert noch nie geträumt!
Bin ich inzwischen so konservativ geworden, um so etwas noch gut finden zu können. Es ist ja nun mal eine Begleiterscheinung des Älterwerdens, das man nicht mehr jedem neuen Trend hinterher jubelt. Aber bitte! Geht das hier nicht zu weit? Handwaschbecken als Urinale! Und die Spülung kommt tatsächlich aus dem Wasserhahn. Muss das sein? … Nein! das muss es nicht … bzw. ich musste nicht mehr … bzw. ich konnte nicht mehr … nicht so!
Also ging ich in eine der Kabinen und erleichterte mich im Stehen! Das habt ihr nun davon.

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Ladegeräte

geschrieben in alltägliches, technisches am September 14th, 2009 von ra.f.

Wieso – das frage ich mich immer wieder – wieso benötigt jedes neue Handy Modell auch immer sein eigenes, nur für dieses Modell passende Ladegerät. Ist es denn nötig das Rad immer wieder neu zu erfinden?
Natürlich, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, wer von uns hat denn nicht ein altes Handy in der Schublade liegen! Ist ja klar, spätestens nach zwei Jahren bekommt man ein Neues hinterher geschmissen. Und man will es ja auch so; man will ja dem Stand der Technik nicht all zu weit hinterher hinken; und diese neuen Features braucht man schon … ja doch! … unbedingt! Alles schön und gut; das ist Konsum; davon leben die Hersteller und letztendlich wir alle ja auch ganz gut. Aber welche Innovation, welcher unbeschreibliche Fortschritt steckt denn in einem Ladegerät. Das Ding transformiert Strom auf ein erträgliches Maß und richtet ihn gleich; nichts besonders also; 8. Klasse Physikstoff! Also wieso braucht jedes dieser Dinger seinen eigenen, unverwechselbaren Steckertyp?
Kann nicht mal jemand eine Norm ins Leben rufen, die das ganze Problem auf einen Nenner bringt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es diese Normen ja sogar – wir leben schließlich in einer normalisieren Gesellschaft, wo man all zu viele Freiheitsgrade nicht lange duldet – aber wieso schafft es dann keiner, diese Normen auch durchzusetzen. Ist denn die Normierung von Ladegeräten nicht ebenso wichtig wie der Krümmungsgrad von Bananen?
Also mich nervt es! Ständig die Suche nach dem blöden Teil. Und wehe man hat es mal in der Ferne vergessen, da lernt man dann schnell die kleinen und feinen Unterschiede der einzelnen Modelle kennen.

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Pfadfinderregel

geschrieben in alltägliches, menschliches, persönliches am August 15th, 2009 von ra.f.

“Hinterlasse einen Ort immer in einem besseren Zustand als du ihn vorgefunden hast” … diese goldene Pfadfinderregel habe ich heute irgendwo gelesen. Dabei fielen mir spontan die Hinweisschilder ein die heute im Büro an gewissen Örtlichkeiten zu lesen waren. Darauf stand die Aufforderung, während des Aufenthalts doch bitte einer ordentlichen Geschäftstätigkeit nachzugehen und den Ort des Geschehens wieder in sauberen Zustand zu verlassen. Es stellte sich dabei nur die Frage … aber das nur nebenbei … ob sich mit der Anrede “Liebe Kolleginnen” alle Teilnehmer der Herren-Toillette angesprochen fühlten.
Aber zurück zur Pfaderfinderregel … was würde es denn bedeuten, diese Regel auf die angesprochene Situation anzuwenden? … Nein bitte, kein weiteren Details!
Doch ist es nicht so … in uns allen schlummert ein kleiner Pfadfinder, der nur Gutes tun möchte … aber es gibt im Leben einfach Situationen … in denen einem die ganze Sch…. einfach egal ist … und das besonders dann, wenn es sich dabei um den Mist eines anderen handelt!
Gute Tat hin, Gute Tat her … Hände in Unschuld waschen und dann ab durch die Mitte.

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