sinnlose Weihnacht?

geschrieben in gesellschaftliches, persönliches am Dezember 2nd, 2009 von ra.f.

Foto Quelle: "vintage little girl dressed up for christmas time" von freeparking (Flickr)Ein Weihnachten ohne Geschenke … wäre das schlimm? Ein Weihnachten ohne Christbaum, Weihnachtsgans, Glühwein trinken  … wäre das schlimm? Ein Weihnachten ohne den jährlichen Kirchenbesuch, ohne Kerzenlicht und Bescherung … wäre das schlimm?

Wird die Welt dadurch besser das es Weihnachten gibt? Sterben an Weihnachten mehr Kinder an Unterernährung oder mehr Erwachsene an Herzverfettung? Ist das Licht aller Weihnachtsbäume zusammen heller als das Licht aller Bombeneinschläge?

Kann mir jemand sagen, was an Weihnachten wirklich wichtig ist? Die Familie, die Weihnachtsgeschichte, Gefühle von Geborgenheit?

Foto Quelle: "Weihnachtsfest mit Gaststudent" - Bundesarchiv Bild 183-79060-0002, Berlin (Wikimedia Commons)

All diese Fragen sind rhetorisch und völlig bedeutungslos.  Mir reicht es wenn ich an Weihnachten einen einzigen glücklichen Menschen sehe. Und ja, für diesen einen glücklichen Menschen lohnt sich der ganze Aufwand.

Jeder von euch hat wahrscheinlich seine eigene Vorstellung von dem was ihm an Weihnachten besonders wichtig ist. Wenn ihr Lust habt schreibt es mir doch in den Kommentar. Würde mich ehrlich sehr interessieren.

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Welcome to the Machine

geschrieben in gesellschaftliches am November 27th, 2009 von ra.f.

“Der Computer kann keinen einzigen kreativen Akt berechnen, voraussagen oder erklären. Kein Algorithmus erklärt Mozart oder Picasso oder auch nur den Geistesblitz, den irgendein Schüler irgendwo auf der Welt hat.”

Diese Worte sind Frank Schirrmachers Schlussfolgerung die er in einem aktuellen Bericht auf Spiegel-Online äußert (siehe: Mein Kopf kommt nicht mehr mit).

Ein Satz dem ein Großteil seiner Leser wahrscheinlich sofort zustimmen wird. Die Frage ist nur, reicht das? Ist es für den Menschen ausreichend sich dadurch von der Maschine abzugrenzen, in dem er sagt “ich bin kreativ, der Computer kann nur schnell rechnen”. Auch die Algorithmen entspringen den menschlichen Gehirnen, und ich behaupte, dass das ein durchaus kreativer Akt ist.

Schirrmachers Aussage klingt wie eine Ausrede, es ist ein Argument das so alt ist wie der Computer selbst. Mit jeder neuen Generation von Computern wurde gesagt, das die menschliche Kreativität das ist, was uns dem Computer gegenüber immer noch überlegen sein lässt. Von daher ist das nichts Neues was er hier beizutragen hat.

Doch was ist das überhaupt für eine Sprache, der sich Schirrmacher hier bedient. Er schreibt davon das die Gefahr von Computern und Maschinen ausgeht. Er personalisiert den Computer als ein Wesen, dessen einziges Ziel die Unterdrückung bzw. Ausbeutung des Menschen ist. Ich weiß nicht ob er sich dabei nicht all zu sehr von der Science-Fiction hat beeinflussen lassen. Hinter jedem Computer, hinter jedem Algorithmus, hinter jedem Datenspeicher stecken Menschen, die dieser Maschine eingeben was sie tun soll. Ein Hammer oder eine Atombombe, keines dieser Dinge hat einen handelnden Willen. Nichts anderes ist der Computer an sich, er kann ein Werkzeug sein, er kann als Waffe dienen. Letztendlich kommt es auf den Menschen an der diese Maschine bedient. Von daher ist folgender Satz auch nur die halbe Wahrheit

“Je stärker die Computer in unsere Sprache und in unsere Kommunikation eingreifen, desto dringender wird eine Erziehung, die zeigt, dass die wertvollsten menschlichen Verhaltensweisen durch Nicht-Vorausberechenbarkeit gekennzeichnet sind.”

Es ist ein virtueller Gegner den Schirrmacher versucht hier aufzubauen. Der Mensch ist der Sitz des Edlen und Guten, von der Maschine geht Kontrolle und Unterdrückung aus. Eine fatale Sichtweise wie ich finde, denn ist es nicht so, dass gerade auch die schlimmsten menschlichen Verhaltensweisen auf Nicht-Vorausberechenbarkeit beruhen. Ich denke man muss gar nicht weit zurück in die Geschichte blicken um das zu erkennen (siehe z.B auch den Post Perspektiven, nur eines von vielen irrationalen Beispielen).

Der Flut von Informationen herr zu werden, ist sicherlich nicht einfach und dabei das Wichtige vom Belanglosen unterscheiden ist noch viel schwieriger, da gebe ich ihm völlig recht. Aber diesen Umstand dadurch anzuprangern, dass man die Schuld auf das Werkzeug schiebt, trifft einfach nicht den Kern des Problems. Der Mensch ist die Ursache und der Mensch ist die Wirkung, daran hat sich nichts geändert. Und mit unsere Kreativtät werden wir lernen müssen uns damit zurechtzufinden und sollten uns nicht mit ihrer Hilfe davon distanzieren. Das wäre ein Akt von Resignation.

“Welcome my son, welcome to the machine.
What did you dream? It’s alright we told you what to dream.”

Das sangen schon Pink Floyd vor knapp 30 Jahren. Wahre Propheten würde ich sagen!

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Die Nacht des Bösen

geschrieben in gesellschaftliches, nachdenkliches am Oktober 31st, 2009 von ra.f.

“Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit recht; denn alles was entsteht,
ist Wert das es zugrunde geht;
drum besser wärs das nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element”

Mit diesen Worten sellt sich Mephistopheles in Goethes Faust vor.  Auch wenn Goethe das Ereignis Halloween nicht kannte, so hat er doch mit diesen Worten einen – wie ich finde – passenden Reim dafür gefunden.

Wenn ich das mal versuche zu deuten, dann ist Halloween ja so eine Art Gegenveranstaltung zum Heiligabend, wo den armen Sündern im Totenreich gedacht wird. Ok, diese Mystik dient bestenfalls der Dekoration.  Eigentlich ist es doch nur ein guter Grund für eine Party. Und wenn man ehrlich ist, so traut man es dem Teufel doch auch eher zu eine gute Party zu schmeißen, als die braven Engel es könnten.

Gut und Böse, Heilige(r) und Sünder(in), beide Herzen schlagen nun mal in unserer Brust. Doch man könnte das Gute nicht benennen wenn es das Böse nicht gäbe. Denn ohne den Gegensatz, ohne den Unterschied, gäbe es nur Eintönigkeit. Doch diese könnte man nicht erkennen, da sie sich von nichts abhebt. Also kann es gar nicht so schlecht sein die Konturen mal wieder etwas zu schärfen.

Drum setzt die  Masken auf, lasst die gut-moralischen Vorsätze zu Hause, und genießt dieses teuflische Versteckspiel. Und wenn ihr morgen früh aufwacht und das schlechte Gewissen euch quält, so hat das auch sein Gutes. Denn dann könnt ihr eure wahren Werte mal wieder so richtig deutlich erkennen. Und wo Sünde ist, gibt es auch Vergebung.
Und zur Not begebt euch in die großen Hallen und betet es euch von der Seele, die machen da morgen sowieso Extraschichten.

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Fototermin im Kinderbecken

geschrieben in gesellschaftliches, komisches am Oktober 18th, 2009 von ra.f.

Eine Szene die sich heute in einem Schwimmbad ereignete:

Das Fotomodell im Kinderbecken wirkte etwas angespannt. Es war nicht die erste Session dieser Art die es in seinem einjährigen Leben bestehen musste. Es war schließlich Profi! Für das Leben vor der Kamera geboren und auf dem Catwalk des elterlichen Domizils fühlte es sich schon nach den ersten 100 Schritten wie zu Hause. Doch diese Location war ungewohnt. Sicherlich war das Wasser angenehm, doch dieses Publikum – wilde, tollende Kinder und andere Badegäste – war ihm suspekt. Und die neuste Pampers Kollektion die es präsentieren sollte bewies ihre Saugfähigkeit nicht nur für innerliche Nässe. Doch es hatte ein professionelles Team um sich. Mama, Choreographin und Stylistin in einer Person, sorgte für eine ansprechende Szenerie und gab Tipps und Hilfestellungen für die richtige Pose.  Und wollte das Lächeln neben der Wasserfontäne gar nicht mehr gelingen, so war sie es, die mit motivierenden Gesten aus dem Off die Einstellung zu retten vermochte. Sehr zum Wohlgefallen des Fotographen. Papa, der sehr darauf bedacht war das nicht all zu viel Feuchtigkeit sein digitales Equipment  in Gefahr brachte, erblühlte förmlich in seiner künstlerischen Schaffenskraft. Die technischen Möglichkeiten voll ausreizend, immer den Einfall des Lichts beachtend, verrenkte er sich in allerlei skurilen Stellungen  um den besten Blickwinkel auf sein kleines Top-Modell einzufangen. Nach einer halben Stunde war der letzte Shoot dann im Kasten. Die Drei begaben sich dann wohl, nach einem kleinen Zwischenstop im Wickelraum, in ihr häusliches Studio zurück, wo sie das gewonnene Rohmaterial sichteten und mit der Nachbearbeitung für die zahlende Verwandschaft begannen.

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Schlafender Riese

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am September 27th, 2009 von ra.f.

Es war schon niedlich anzusehen wie in den letzten Tagen vor der Bundestagswahl versucht wurde die Nichtwählerschaft zu animieren doch zur Wahlurne zu gehen. Es war alles dabei, von Fernsehshows bis zu Kampagnen in den politik-entferntesten Zeitschriften und Online-Medien. Doch kann man diese Demokratisierungsversuche ernst nehmen?

Gerade die etablierten Parteien überkommen doch eher Angstzustände wenn sie an diesen schlafenden Riesen denken, den sie in keiner Weise fassen können. Die Befürchtung mit der Aktivierung dieses Potentials doch eher dem politischen Gegner in die Hände zu spielen ist sehr groß. Aber schlimmer noch wäre es für sie den Status Quo der Parteienlandschaft im Parlament durch weitere Protestparteien zu destabilisieren.
Nicht anders ist es zu begreifen, dass die Wahlpflicht der Bürger in diesem Land nicht mit mehr Nachdruck durchgesetzt wird, so wie es beispielsweise bei der jährlichen Steuererklärung der Fall ist.

Um zur obigen Frage zurück zu kommen, sicher kann man diese Versuche ernst nehmen. Aber der “Aufruf zur Wahl” bleibt eine der wichtigsten Aufgaben von demokratischen Idealisten. Ich persönlich hoffe sehr, daß diese Anstrengungen heute von Erfolg gekrönt werden.

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Vor dem Gesetz

geschrieben in gesellschaftliches, kulturelles am September 24th, 2009 von ra.f.

… Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet, das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seinem Pelzmantel genauer ansieht, seine große Spitznase, den langen, dünnen, schwarzen, tartarischen Bart, entschließt er sich doch, lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt…

Dieser Abschnitt, aus Kafkas berühmter Parabel “Vor dem Gesetz“, erlaubt viele Interpretationen. Doch wer einmal in die Regelwerke, Vorschriften und Verfahrensweisen der dritten Gewalt hineingezogen wurde, kann die Bedeutung dieser Worte fast in wörtlicher Form verstehen. Viel zu schnell kommt man als ungeschulter Beteiligter beim Kontakt mit der Jurisdiktion an die Grenzen des eigenen Verstandes und man wird sich mit aller Deutlichkeit der Machtlosigkeit bewusst mit der man vor diesem Apparat steht. Selbst wenn Kläger und Beklagte, Zeugen und fach-juristisches Personal einer Meinung sind, es hilft nichts, das Räderwerk lässt keine Abkürzungen zu und die Spielregeln sind bis ins kleinste Detail zu befolgen.

Und im Namen des Volkes ergeht das Urteil.

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Perspektiven

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am September 7th, 2009 von ra.f.

Die Perspektive bestimmt die Wahrnehmung
Hier ein Beispiel:
1. Perspektive einer Wissenschaft (hier klicken)

2. Perspektive einer Gesellschaft (hier klicken)

3. Perspektive eines Individuums (hier klicken)

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fiktive Realität

geschrieben in gesellschaftliches am August 30th, 2009 von ra.f.

ZKM … eine Kanone mit vielen Läufen … durch jeden sieht man auf einen kleinen Monitor:

Im Wechsel …
Szenen aus Nachrichten
… von Kriegen und Kämpfen,
… von Gefangenen, Folterungen und Morden
Szenen aus Computerspielen
… von Kriegen und Kämpfen,
… von Gefangenen, Folterungen und Morden.

Was ist Realität und was Fiktion?
… Übergänge nicht mehr leicht wahrzunehmen
… die Welten vermischen sich
… augmented reality fatal

Doch nichts davon ist Wirklichkeit
… nur ein Kerl
… der durch den Lauf einer Kanone starrt
… und selbst das ist schon Vergangenheit

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Die Welt ist eine Scheibe

geschrieben in gesellschaftliches, sinnloses am August 30th, 2009 von ra.f.

Die Welt ist eine Scheibe
alle drehen am goldenen Rad
Glück, Unglück, wie Kopf und Zahl
die Kehrseite der Medaille
regiert von Gier und Qual

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Das Gebet vom Masterplan

geschrieben in gesellschaftliches, nachdenkliches am Juli 16th, 2009 von ra.f.

Oh mächtiger Gott, oh heiliges Gen
… du Entwurf vom goldenen Tier
… hier stehe ich um dein zu sein
… du bestimmst die Wirklichkeit in mir

… schwarz und weiß sind deine Farben
… und teilst die Welt nach deinen Regeln
… die Ketzer sollen fortan darben
… Konkurrenz lässt du nicht gelten

… ich bin ein kleiner Fehler nur
… in deinem perfekten Schliff
… vergib mir was ich Falsches tue
… denn du bist das reine Prinzip

… und auch wenn es dich nicht geben sollt
… so werden wir dich erdenken
… denn ohne dich können wir nicht sein
… du musst das Schicksal lenken.

… du bist die Ewigkeit
… du bestimmst den Wahn
… doch nichts gilt mit Verlässlichkeit
… du bist der Masterplan

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