Torres

geschrieben in kulturelles, menschliches am Juli 5th, 2010 von ra.f.

Der Ball kommt steil von Xavi
… er tritt an
… an Lahm vorbei
… Lehmann stürmt heran,
… wirft sich ihm entgegen
… ein Heber … ein Sprung
… der Ball springt ins leere Tor
… 1:0
… das war sein größter Moment

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Ein alter Freund

geschrieben in menschliches am Juni 4th, 2010 von ra.f.

Vor kurzen traf ich einen alten Freund, einen Blutsbruder meiner Vergangenheit. Was hat nur unsere Wege getrennt? Ewige Freundschaft hatten wir uns geschworen, doch vor Jahren uns dann aus den Augen verloren.

Ich erschrak, als ich ihn nun wieder sah und was aus ihm geworden war. Alt, geknickt, ich muss es sagen. Wo war der Unbeschwertheit unserer Jugendtage?

Das Bier floss gut, wir knüpften an die alte Vertrautheit an, so wie es immer war und der Abend wurde lang. Lachend wurden Geschichten aufgetaut. Bis ihr Name fiel, dann verstummte er. Kann es sein? Es war doch schon so lange her.

Ein Traumpaar waren sie, kannten sich seit Kindesbeinen. Unzertrennlich! Mit Plänen für die Ewigkeiten. Was war geschehen? Was konnte sie trennen? Er erzählte wie sie plötzlich verschwand, ein letztes Wort in einem Abschiedsbrief an der Wand.

Es folgte eine Zeit, mit Alkohol, Selbstmordgedanken und viel Einsamkeit. Doch immer wenn er von ihr sprach, ein glitzerndes Leuchten in seine Augen trat. Tränen voller Licht und Traurigkeit. Die Jahre verstrichen, die Sehnsucht blieb, die Freude verblichen.

Vor kurzem traf ich einen alten Freund. Der nur noch lebte in seiner Vergangenheit. Als wir uns trennten, ergriff ich die Flucht, damit ich nicht der Krankheit verfalle, die ihn hat heimgesucht.

(frei nach dem  Song “A friend in a bar” von Tina Dico)

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Zeit zu gehen

geschrieben in menschliches am März 30th, 2010 von ra.f.

(Fortsetzung von “Das Konzert”)

Was hält sie noch hier auf dieser Bank? Sie kennt die Antwort auf diese Frage. Es ist diese wage Hoffnung, dieser immer wieder kehrende Wunsch endlich dem Richtigen zu begegnen. Doch wenn sie darüber nachdenkt wie denn dieser Eine sein soll, kommt sie ins schleudern. Dann verwirren sich ihre Gedanken, Widersprüche treffen aufeinander und am Ende bleibt nur die Sehnsucht und die Traurigkeit.

Die Sonnenstrahlen der Morgensonne fallen durch die laubfreien Äste der Bäume. Das Glitzern auf der Wasseroberfläche, wie tausend  helle Stimmen die sich durch ihre Augen Gehör verschaffen: “lebe” flüstern sie, “lebe wieder, lebe jetzt” flüstern sie. Sie kann nicht. Noch nicht. Die Ereignisse der letzten Nacht waren noch zu frisch. Sie erinnerte sich an ihren letzten bewussten Gedanken: “Zeit zu gehen” dachte sie und schluckte die handvoll Tabletten … Stille …  Müdigkeit … dann Tod.

Sie wusste nicht weshalb sie wieder erwacht war. Lag es an der Dosis? Sie fühlte sich elend, musste sich übergeben. Kurz darauf kamen die Erinnerungen wieder, die Erinnerungen an Ihn. Sie hatte ihn getroffen. Für Momente hatte er sie glücklich gemacht. Dann war er weg, weg für immer. Sie zog sich zurück, ihre Welt wurde kleiner, ihre Welt wurde einsam.

Sie hatte nicht mehr den Mut noch mehr Tabletten zu schlucken. Sie verließ ihr Wohnung fluchtartig, wie einen Tatort an dem sie sich schuldig gemacht hatte. Nur ihre Bank konnte ihr jetzt noch Trost verschaffen und Niemand der auf sie wartete.

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Fliegen lernen

geschrieben in menschliches am März 28th, 2010 von ra.f.

“Ich ermahne dich, Ikarus, dich auf mittlerer Bahn zu halten, damit nicht, wenn du zu tief gehst, die Wellen die Federn beschweren, und wenn du zu hoch fliegst, das Feuer sie versengt. Zwischen beiden fliege! Ich befehle dir auch, nicht den Bootes, den Großen Wagen oder das gezückte Schwert des Orion anzuschauen. Nimm deinen Weg unter meiner Führung.” (Quelle: Wikipedia)

Mit diesen Worten belehrte Daedalus seinen Sohn Ikarus. Und Ikarus flog, doch missachtete er die Worte seines Vaters und stürzte zu Tode. Diese Sage ist hinlänglich bekannt. War Daedalus ein guter Lehrer und, darüber hinaus, ein guter Vater für seinen Sohn?

Daedalus hat seinem Sohn alles über das Fliegen beigebracht was er selbst wusste. Alles was nötig gewesen wäre um sicher ans Ziel zu kommen. Ikarus konnte fliegen und er flog auch. Seiner Aufgabe als Lehrer ist er also vollkommen gerecht geworden.

Doch Ikarus war offensichtlich noch nicht reif genug und ist seinem jugendlichen Leichtsinn erlegen. Heutzutage muss ein Jugendlicher volljährig sein, also min. 18 Jahre alt, um sich hinterm Steuer eines Autos im öffentlichen Verkehr zu tummeln. Doch Volljährigkeit ist kein Schalter den man umlegt und mit dem man von Unreife auf Reife umstellt. Die Unfallstatistiken von jugendlichen Verkehrsopfern belegen das ja mit deutlichen Zahlen.

Irgendwann muss man nun mal loslassen. Den Nachwuchs nicht nur über die Klippe in den Abgrund blicken lassen über den er mal fliegen soll, sondern ihn auch zum Sprung über die Kante ermutigen. Diesen Zeitpunkt richtig zu erkennen ist wahrscheinlich das schwerste was besorgte Väter und Mütter leisten müssen. In manchen Situationen jedoch wird dieser Anstoß auch von der äußeren Situation bestimmt, wie auch im Falle Daedalus´ und Ikarus´.

Nein, man kann Daedalus keinen Vorwurf machen und er selbst sollte es auch nicht tun.

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Danny (18)

geschrieben in gesellschaftliches, menschliches am März 8th, 2010 von ra.f.

Danny war kein unbeschriebenes Blatt. Vor vier Jahren galt er als der schlimmste Jugendliche im Land, so nannten ihn seine Eltern und eine Zeitung  brachte es ganz groß raus. Damals war er der Held in der Hölle. Die Hölle, das war das Heim in das man ihn gesteckt hatte. Der Triumph des Ruhms hielt nicht lange an, bald darauf war da nur noch Wut und Hass auf alles und jeden. Und er lies es raus, jeder bekam es zu spüren, Psychologen, Erzieher, Mitbewohner, immer brutaler, ohne Gnade. Man steckte ihn schließlich in eine Jugenderziehungsanstalt, schloss in weg, man vergaß ihn.

Es gab Momente da dachte er über sein Handeln nach und es gab auch Momente da wollte er sich ändern. Doch er konnte sich nicht kontrollieren, nicht beherrschen, er konnte die Grenzen nicht erkennen über die er trat. Er hat schon immer getan was er wollte, man hat ihn tun lassen, andere zählten nicht, null Toleranz.

Es geschah drei Monate vor seinem achtzehnten Geburtstag. Ein neue Sozialarbeiterin trat ihren Dienst in der Anstalt an. Sie war um die 30 und  hatte entfernt Ähnlichkeit mit seiner Mutter.  Er hasste sie.

Bei ihrem ersten Gespräch lies er sie seine Verachtung spüren, beschimpfte sie, beleidigte sie und er sah das sein Worte Wirkung zeigten. Aber er sah auch das er sie nicht brechen konnte und seine Waffen wurden stumpf. Sie sagte: “hör auf damit!” Er begann zu weinen, er wusste nicht weshalb und konnte es nicht erklären, es geschah einfach. Sie nahm ihn in die Arme, dann war es vorbei.

Nein, natürlich ging das nicht ganz so schnell. Aber schneller als es jeder für möglich gehalten hatte. Sie war immer da, sie war da für ihn, kümmerte sich um ihn, sie nahm in ernst, hörte ihm zu, sie war streng und unnachgiebig. Die nächsten Wochen erhielt er einen Crashkurs in Sachen Respekt und Nächstenliebe. Er hörte auf sie, nie zuvor hatte er auf jemanden gehört. Er lerne sich kontrollieren und seine Gefühle in Zaum zum halten. Er war glücklich und stolz.

Heute ist sein achtzehnter Geburtstag. Endlich erwachsen! Seine letzte Beurteilung ist gut, er darf raus, er ist frei, das ganze Leben vor sich. Und da ist eine Perspektive wo vorher nur Nebel war. Die ersten Schritte auf diesem Weg führen ihn in den nächsten Blumenladen, wo er den ersten Strauß rote Rosen seines Lebens kauft.

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Das Konzert

geschrieben in menschliches am März 5th, 2010 von ra.f.
(Fortsetzung von hier)

Er spürt wie sie ihn plötzlich anblickt. Er fühlt sich ertappt, wie ein schüchterner Junge der etwas verbotenes tut. Das war ein Gefühl das er lange schon nicht mehr kannte.

Es gab eine Zeit da war das anders, da fühlte er das Leben in sich auf blühen, vergessen war die trostlose Kindheit. Es war der Tag des Konzertes. Es war im Sommer, im Stadion, ein Open-Air, er und seine Kumpels ganz vorne dabei. Die Stimmung war berauschend noch ehe die Band die Bühne betrat. Von hinten wurde mit unwiderstehlicher Gewalt geschoben, es war eng und es war heiß. Ein Duft stieg ihm in die Nase, eine Mischung aus milder Seife und zartem Schweiß. Erst jetzt registrierte er das Mädchen vor ihm und spürte wie ihre Körper aneinander gepresst wurden. Die Band begann zu spielen und die Atmosphäre wurde magisch. Langsam begannen sie sich rhythmisch zur Musik zu bewegen, miteinander zu tanzen, es war ein wundervoller Moment. Der Abend wurde langsam zur Nacht und ein heftiger Sommerregen setzte ein, in den Regentropfen vor seinen Augen  brachen sich die Lichter der Bühne zu einem Kaleidoskop aus Farben. Der Druck der Menge ließ etwas nach, doch ihre Verschmelzung wurde intensiver als sich ihre Hände fanden. So tanzten sie miteinander bis die letzte Zugabe gespielt war und die grellen Scheinwerfer das Stadion fluteten. Nur einen Augenblick ließ er sie aus den Augen. Als er sich wieder umdrehte war sie verschwunden.Voll Schrecken suchten seine Augen die Umgebung ab und Erleichterung machte sich breit als er sie wiederfand. Sie drehte sich um, ihre Blicke verliebten sich. Es war das erste mal das er ihr Gesicht sah … die Menge löste sich auf, seine Kumpels zogen ihn mit sich, er riss sich los, wühlte sich gegen den Strom, doch sie war verschwunden … es war das letzte mal das er ihr Gesicht sah.

Das alles lag lange zurück. Er hat sie nie wieder gesehen, er konnte nie aufhören an sie zu denken. Er hat sie gesucht, überall, voll Hoffnung zuerst, dann nur mehr aus purer Verzweiflung. Es wurde zur Obsession, nichts anderes in seinem Leben hatte noch Bedeutung, er verlor sich, er verblühte und alle sahen nur noch den Versager in ihm.

Irgendwann war er dagegen abgestumpft. Wollte all die Vorwürfe nicht mehr hören, hat einfach dicht gemacht, nichts konnte ihn mehr erreichen. Damals hatte er das Trinken angefangen. Es half ihm durch die Nächte, half ihm nicht an sie zu denken, half ihm nicht an sein verkorkstes Leben zu denken. Als er merkte was es aus ihm machte war es zu spät. Er konnte nicht damit aufhören, auch wenn die Wirkung längst verflogen war. Damals starb er das erste Mal.

Jetzt saß er hier, auf dieser Bank an diesem See. Er musste einen abstoßenden Anblick abgeben. Hatte sie Angst vor ihm? Er könnte es verstehen, denn er war nicht mehr als ein Geist … ein Niemand!

(Fortsetzung siehe “Zeit zu gehen“)

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Goodbye Valentine

geschrieben in menschliches am Februar 14th, 2010 von ra.f.

Valentinstag neigt sich langsam dem Abend zu. Die Blumen blühen noch wie die Augen der Verliebten, die Küsse schmecken süß, dass selbst die Pralinen sich damit nicht messen können und die umschließenden Arme erinnern daran das der Frühling der Ewigkeit doch gerade erst begonnen hat.

Doch den Glücklichen da Draußen will ich diesen Post nicht widmen. Ich denke an jene, die heute allein auf der Couch sitzen, mit nichts weiter im Arm als einem Kissen. Deren Feuchtigkeit in den Augenwinkeln nicht richtig trocknen will. Die hin und her gerissen sind zwischen Sehnsucht, Wut, Selbstzweifel und Zorn. Keine schlauen Worte wurden jemals gesprochen, keine Medikamente erfunden, die ihren Schmerz vertreiben können. Nichts, außer der Vergesslichkeit der Zeit.

Oft wurde dieser melancholische Blues schon besungen. Auch wenn diese Lieder die Geschehnisse nicht verändern, so geben sie doch wenigstens den Trost das auch andere diese Zeiten durchmachen … oder durch gemacht haben …  oder durchmachen werden.

A Fine Frenzy besingt es in ihrem Lied “Almost Lover” mit den Worten:

ich wollte dich für immer glücklich machen
ich dachte du wolltest das selbe für mich

Goodbye, mein beinah Geliebter
Goodbye, mein hoffnungsloser Traum
ich versuche nicht mehr an dich zu denken
kannst du mich nicht einfach loslassen?
mach’s gut, du glücklichlose Romanze
ich wende dir meinen Rücken zu
hätte wissen müssen das du nur Kopfschmerz bringst
wie beinah Geliebte es immer tun

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Liebe ist…

geschrieben in menschliches, philosophisches am Februar 8th, 2010 von ra.f.

Sie ist das wichtigste Vermächtnis des Christentums, die stärkste Sehnsucht der Menschheit und wie schon Platon  schrieb “Der Wahnsinn der Götter”: DIE LIEBE! …

So stand es heute in der Einleitung zu einer neuen Artikel-Serie in der BILD Zeitung (08.02.2010). Na, da haben sie ja mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen … oder etwa nicht!?  Meiner Meinung nach so ziemlich die dümmste Definition von Liebe die ich je gelesen habe. Nächstenliebe, evolutionäre Selektion und Rumgepoppe verrückter Götter! Sollen das die Eckpfeiler sein zwischen denen die Liebe lebt! Fehlt da nicht noch ein bischen was! Leidenschaft, Hingabe, Fürsorge und Schmerz, eine ganz besondere Beziehung zwischen zwei Menschen.

Hier noch ein paar Definitionen aus anderen Quellen. Die Wikipedia definiert es auf diese, etwas sehr sterile, aber wahre Weise:

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist

Richard David Precht meint dazu:

Liebe ist eine unordentliches Gefühl

und man muss ihm schon irgendwo recht geben.
Bei Rammstein, wie kann es anders sein,  geht es ums rammeln:

Liebe ist für alle da

Den Schmerz und die Leidenschaft hat keiner besser auf den Punkt gebracht wie Franz Kafka:

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Aber die schönste und  romantischste  Beschreibung wie ich finde hat Nena besungen:

Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist

Und falls euch auch noch ein paar schöne Zitate einfallen, dann schreibt sie mir in den Kommentar.

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Weihnachtsgedanken: Balance finden

geschrieben in alltägliches, menschliches am Dezember 24th, 2009 von ra.f.

James Jordan - Achieving balance

Beim Mittagessen erzählte ein Kollege von einer Regel die in Kantinen, Mensen und Großküchen angewandt wird, wie z.B in jener in der wir gerade saßen:  “Steht an einen Tag ein “gutes”  Menü auf der Speisekarte (gemeint ist ein vom Gast sehr gern genommenes Menü), muss auch das zweite angebotene Menü ein “gutes” Essen sein.  Denn die meisten Gäste würden das erste Menü wählen, würde neben dem “guten” Essen ein weniger gern genommenes Menü angeboten werden, was wiederum zur Folge haben kann, dass die Küche Probleme bekommt mit den vorhandenen Gerätschaften die Nachfrage zu decken.

Wieso erzähl ich das? Irgendwie schwirrt mir diese Geschichte seit dem im Kopf herum. Aber wieso? Ist es die Schlussfolgerung aus dieser Regel, dass entweder immer zwei gute Menüs angeboten werden müssen oder eben zwei weniger gute Menüs, denn beides zu mischen schließt die Regel ja gerade aus? Naja, das ist jetzt eher etwas für Großküchentheoretiker.
Nein, worauf ich hinaus will, diese Regel ist ein schönes kleines Beispiel das zeigt, wie wichtig es ist eine richtige Balance zu finden. Gleichmäßig verteilt läuft es einfach besser.

Hier kommt nun die Weihnachten ins Spiel. An diesen letzten Tagen im Jahr, beginnend mit dem heutigen Tag – Heiligabend -  kehrt für die meisten endlich etwas Ruhe ein. Und mit ein wenig Abstand wird man recht schnell erkennen wie es um die eigene Balance bestellt ist. Vielleicht zu viel Arbeit und vernachlässigtes Privatleben?  Zu viel “ich” und zu wenig “wir”, oder gerade umgekehrt? Alles zugleich geht nicht, aber wenn man es gut verteilt, dann geht es wohl. Alles braucht seine Zeit, und diese Zeit muss man sich gönnen.

Ich wünsche allen ein frohe Weihnacht.

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Der Sonnenschein, der Frosch und der Sperling

geschrieben in menschliches, philosophisches am Dezember 13th, 2009 von ra.f.

Der Sonnenschein war verliebt. Lange hatte er ihn angesehen, den Frosch, der da auf der Leiter saß, grün und schön und voller Stolz. Helle und glückliche Tage verbrachten sie zusammen. Und alle konnten es sehen; alle die Wärme spüren  die er für den Frosch in die Welt strahlte.

Abwechslung! Wieder anderes erleben. Als der Frosch bemerkte wie seine Haut nach und nach trockener wurde, konnte er nur noch daran denken. Und als die Gelegenheit günstig war, wandte er dem Sonnenschein den Rücken zu und stiegt die Sprossen hinab. Die Strahlen verschwanden, es wurde kalt und dunkle Wolken verdeckten den Himmel. Und als der Sonnenschein an diesem Tag den Horizont überquerte wollte er nicht mehr wieder kommen.

Hinter fahlem Grau vergingen die Tage, Regen prasselte und Unwetter wüteten. Da gingen alle zum Frosch, baten ihn, etwas zu tun. Nach langem Zögern willigte er ein, stieg die Sprossen wieder hinauf. Alle freuten sich. Doch die Wolken wichen nicht und keiner wusste ob es den Sonnenschein noch gab.

Ein kleiner Sperling, der oft mit dem Sonnenschein zusammen war, fasste seinen ganzen Mut, flog hoch, höher als er jemals zuvor geflogen war. Er stieß durch die Wolken und  fand den Sonnenschein, allein, traurig und voller Angst. Der Sonnenschein erzählte, wie gerne er zurückkehren würde. Doch der Frosch! Und die Leiter! Es war nicht möglich!

Der Sperling berichtete dem Sonnenschein von der Rückkehr des Frosches, vom erfolglosen Aufstieg. Er berichtete auch von den anderen die darauf warteten das er wieder kehre. Doch bald schon musste er zurück fliegen, denn seine Kräfte ließen nach.

Der Sonnenschein verbrachte noch eine lange Zeit allein hinter den Wolken. Aber dann beschloss er, es müsse vorbei sein.

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