Ich hatte kürzlich das Glück ein paar Tage in San Francisco verbringen zu können. Hier ein paar Eindrücke einer wundervollen Stadt.
Blue, Bass & Hash
Das sind die Begriffe die mir in Erinnerung kommen wenn ich an den Club denke, den wir am ersten Abend besuchten. Kein Touri-Treff, mehr was für Einheimische, eigentlich nicht mehr als ein Keller, harter Elektro-Sound, wummernder Bass, kaltes blaues Licht. Aber der markanteste Eindruck der bleibt, war dieser allgegenwärtige Geruch nach Gras oder Haschisch. So sweet!
Der Schlingel
Da saß ein schwarzer Straßenmusiker und erkannte uns schon beim vorbei laufen als Deutsche. Und der kannte sich aus, schließlich war er schon mit Roland Kaiser auf Tournee. Und als Beweis hat er gleich einen deutschen Schlager zum Besten gegeben. Sehr skurril das Ganze!
Glück aus der Fabrik
Auf der Tour durch Chinatown wurden wir an die Quelle der Glückskekse geführt. In einer winzigen Seitenstraße befand sich die Fabrik in der diese Dinger erfunden wurden. Soweit die Behauptung. Diese Kekse hatten sogar einen Geschmack, kein Vergleich zu den faden Teilen die man in so manchem China-Restaurant bekommt. Ob sie wirklich Glück bringen, diese kleinen Weisheiten, wer kann das sagen. Nachdem ich eine Tüte gekauft hatte, hat mir der Verkäufer beim Hinausgehen gleich noch eine handvoll Kekse direkt in den Mund gestopft. Na wenn das mal kein Glücksmoment war!
American Style Biking
Der Golden Gate Park, mit 5-6 Kilometer Breite ist er einer der größten Parks der Welt und bietet an einem Sonntag ein perfektes Abbild des American Way of Life. Da sieht man die Family beim Barbeceau, den Papa mit Sohnemann beim Baseball und den frustrierten Ehemann, der mit seinem Van in den Park fährt, sein Schlagzeug auspackt und einfach drauflos trommelt. Wir fuhren mit dem Fahrrad durch den Park, nicht sehr amerikanisch will ich sagen. Denn nicht zuletzt führt durch den ganzen Park eine Straße,
so breit wie hierzulande ein gut ausgebaute Bundesstraße. Irgendwann endet das Grün dann auch und man steht am Sandstrand. Und Surfer reiten auf den Wellen.
Fels der bösen Männer
Ja, Alcatraz, das Gefängnis der Gefängnisse, ein Muss für jeden San Francisco Reisenden. Und es lohnt sich wirklich, die Führung ist spannend, die Geschichten der Ausbruchsversuche sind Legenden und das Ganze übt eine ungeheure Faszination aus. Eine unmoralische Faszination ist das, denn sie geht aus von den kriminellen Häftlingen in den winzigen Zellen … von Mördern, Kidnappern und Steuerhinterziehern.
Businessman slowly get stoned
Außenfahrstühle mit freier Sicht auf die Stadt bei Nacht sind was Besonderes. Das dachten wir uns auch, als wir sie an einem Luxus-Hotel am Union Square entdeckten. “For Guests only” … pfeif drauf … also rein geschlichen und bis nach ganz oben gefahren. Wow, ein tolles Gefühl diese Beschleunigung und eine wahnsinns Aussicht. 32. Stock … die V.I.P Etage … die Tür geht auf und Mr. Businessman betritt die Kabine, stilecht mit einem Glas Wiskey on the Rocks in der Hand. Auf die Bemerkung, was für ein tolle Aussicht man hier hat, meinte er nur sowas wie: “I’m sure, you never had this before ” … blöder Angeber! Er musste es büßen, denn auf der Fahrt nach unten zur Lobby hatten wir schon ein paar Zwischenstops eingeplant. 4mal hielt der Fahrstuhl an, 4mal ging die Tür auf, 4mal stieg niemand ein oder aus.
In and Out
Es ist ja nun nichts Neues das Amerikaner auf Burger stehen. Einer der besseren Burger-Ketten nennt sich In-And-Out-Burger. Die Auswahl ist übersichtlich, Burger, Pommes, Coke … das reicht. Aber richtig lecker sind die schon will ich sagen. Nur wieso, ich kann es nicht verstehen, wieso müssen diese “Restaurants” den Charme einer Metzgerei versprühen. Die Wände bestehen aus weißen und roten Kacheln, grelles weißes Licht überall, die Tische und Stühle hatten mehr Ähnlichkeit mit einer Schlachtbank als mit einer Sitzgelegenheit. Ich kann nicht sagen aus was das Fleisch bestand, ich kann nur sagen, es hat geschmeckt!
Gay Town
Die motivierteste Straßenbahnfahrerin der Stadt, wenn nicht sogar des ganzen Landes brachte uns in Castros Bezirk, das Schwulenviertel. Sexshop an Sexshop, jeder noch so ausgefallene Wunsch nach gleichgeschlechtlichem Penetrationswerkzeug wurde darin erfüllt. Und die Tolleranz treibt hier selsame Blüten, so hängt beispielsweise das Symbol der Schwulenbewegung, die Regenbogenflagge, auch in den Fenstern der örtlichen Filiale der Bank of America.
Recalculating
Die Straßen von San Francisco, ein ganz besonderes Thema. Da sind zum einen die Fahrbahnen am Flughafen, ein einziges, großes Chaos von bis zu vier übereinander kreuzenden Ebenen. Hat mich völlig verwirrt, nur das Navi hatte noch den Durchblick, es musste allerdings einige Male die Route neu berechnen, weil ich falsch abgebogen war.
Zum anderen sind da die Straßen in der Stadt selbst, ordentlich teilen sie die Blöcke in Planquadrate, aber mit teilweise unglaublichen Steigungen, gefühlte 100%. Wer jemals das Spiel SimCity gespielt hat, und meint, die Straßen darin seien völlig unrealistisch, der hat sich getäuscht, die Straßen von SF sehen genau so aus.
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