Zwischen zwei Tagen

geschrieben in persönliches, philosophisches am Juli 5th, 2010 von ra.f.

Ich erreiche den Ort kurz vor Mitternacht. Ein Gewitter zieht auf, ferne Blitze erhellen die Szene. Die Stadt liegt unter mir, strahlend in ihren Lichtern, berauschend wie es immer war. Ein starker Wind weht kühl, doch nicht unangenehm.

Immer wieder zieht es mich an diesen Ort. Hier kreuzen sich Erinnerungen, hier fällt es leicht auf unsichtbare Wahrheiten zu blicken, hell erleuchtet von der Nacht.  Alte Träume kommen mir in den Sinn, ich erkenne sie gut, doch sind sie längst entstellt, wie Zombies aus einer imaginären Welt.

Ein Gefühl des Triumphs steigt in mir auf. Neue Wünsche werden geboren. Der Plan wird angepasst, die Zeit ist gut gewählt. Zwei Wege entstehen. Der Eine führt zurück zu dem was ich immer wollte. Der Zweite lässt nur Dunkelheit erblicken. Welches der richtige ist, lässt sich nicht sagen, im hier und jetzt, zwischen zwei Tagen.

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Was ist ein “Hut”

geschrieben in philosophisches, sinnloses am Februar 20th, 2010 von ra.f.

Mein Drucker am Arbeitsplatz meint in letzter Zeit mir etwas Abwechslung verschaffen zu müssen und spuckt immer mal wieder Dokumente aus längst vergessenen Tagen aus. So kam vor kurzen ein historisches Dokument zum Vorschein mit dem schönen Titel: Was ist ein “Hut”?

Was soll das? Wer stellt sich so eine unnütze Frage? Beim Lesen ist mir dann klar geworden, dass hier ein wahrer Philosoph am Werk war, denn darin stehen so denkwürdige Sätze wie:

Es gibt zwei Arten von Hüten: einen Hut den man sich selbst aufgesetzt hat … (und) einen Hut der an jemandem delegiert wurde. Ein Hut hat immer einen Initiator. Er ist derjenige der die Problematik erkannt, Verantwortung übernommen und damit einen Hut erschaffen hat. Er ist auch derjenige der den Hut wieder verschwinden lassen kann… Nur eine Person kann ein Hut tragen … auf der anderen Seite kann eine Person mehrere Hüte tragen.

Ist das nicht reine Magie? Fehlt eigentlich nur noch das weiße Kaninchen. Plötzlich wurde mir klar, dass das Thema ja gar nicht so ungewöhnlich ist. Bereits im kleinen Prinz wird die Frage nach dem Hut dahingehend beantwortet, dass es ja eigentlich kein Hut im engeren Sinne sei, sondern eine Boa Constrictor die einen Elefanten gefressen hat.

Hut

Da sind sie wieder, die Ängste unserer Zeit, die Ängste vor Hüten und dass man nicht sagen kann was sich in einem Hut verbirgt. Man muss zuerst sein Innerstes erforschen. Dann verrät uns der Fuchs sein schönes Geheimnis:

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Darum seid auf der Hut und schließt die Augen.

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Liebe ist…

geschrieben in menschliches, philosophisches am Februar 8th, 2010 von ra.f.

Sie ist das wichtigste Vermächtnis des Christentums, die stärkste Sehnsucht der Menschheit und wie schon Platon  schrieb “Der Wahnsinn der Götter”: DIE LIEBE! …

So stand es heute in der Einleitung zu einer neuen Artikel-Serie in der BILD Zeitung (08.02.2010). Na, da haben sie ja mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen … oder etwa nicht!?  Meiner Meinung nach so ziemlich die dümmste Definition von Liebe die ich je gelesen habe. Nächstenliebe, evolutionäre Selektion und Rumgepoppe verrückter Götter! Sollen das die Eckpfeiler sein zwischen denen die Liebe lebt! Fehlt da nicht noch ein bischen was! Leidenschaft, Hingabe, Fürsorge und Schmerz, eine ganz besondere Beziehung zwischen zwei Menschen.

Hier noch ein paar Definitionen aus anderen Quellen. Die Wikipedia definiert es auf diese, etwas sehr sterile, aber wahre Weise:

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist

Richard David Precht meint dazu:

Liebe ist eine unordentliches Gefühl

und man muss ihm schon irgendwo recht geben.
Bei Rammstein, wie kann es anders sein,  geht es ums rammeln:

Liebe ist für alle da

Den Schmerz und die Leidenschaft hat keiner besser auf den Punkt gebracht wie Franz Kafka:

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Aber die schönste und  romantischste  Beschreibung wie ich finde hat Nena besungen:

Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist

Und falls euch auch noch ein paar schöne Zitate einfallen, dann schreibt sie mir in den Kommentar.

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Der Sonnenschein, der Frosch und der Sperling

geschrieben in menschliches, philosophisches am Dezember 13th, 2009 von ra.f.

Der Sonnenschein war verliebt. Lange hatte er ihn angesehen, den Frosch, der da auf der Leiter saß, grün und schön und voller Stolz. Helle und glückliche Tage verbrachten sie zusammen. Und alle konnten es sehen; alle die Wärme spüren  die er für den Frosch in die Welt strahlte.

Abwechslung! Wieder anderes erleben. Als der Frosch bemerkte wie seine Haut nach und nach trockener wurde, konnte er nur noch daran denken. Und als die Gelegenheit günstig war, wandte er dem Sonnenschein den Rücken zu und stiegt die Sprossen hinab. Die Strahlen verschwanden, es wurde kalt und dunkle Wolken verdeckten den Himmel. Und als der Sonnenschein an diesem Tag den Horizont überquerte wollte er nicht mehr wieder kommen.

Hinter fahlem Grau vergingen die Tage, Regen prasselte und Unwetter wüteten. Da gingen alle zum Frosch, baten ihn, etwas zu tun. Nach langem Zögern willigte er ein, stieg die Sprossen wieder hinauf. Alle freuten sich. Doch die Wolken wichen nicht und keiner wusste ob es den Sonnenschein noch gab.

Ein kleiner Sperling, der oft mit dem Sonnenschein zusammen war, fasste seinen ganzen Mut, flog hoch, höher als er jemals zuvor geflogen war. Er stieß durch die Wolken und  fand den Sonnenschein, allein, traurig und voller Angst. Der Sonnenschein erzählte, wie gerne er zurückkehren würde. Doch der Frosch! Und die Leiter! Es war nicht möglich!

Der Sperling berichtete dem Sonnenschein von der Rückkehr des Frosches, vom erfolglosen Aufstieg. Er berichtete auch von den anderen die darauf warteten das er wieder kehre. Doch bald schon musste er zurück fliegen, denn seine Kräfte ließen nach.

Der Sonnenschein verbrachte noch eine lange Zeit allein hinter den Wolken. Aber dann beschloss er, es müsse vorbei sein.

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Engel

geschrieben in menschliches, philosophisches am Dezember 1st, 2009 von ra.f.

So nun ist es wieder soweit, seit Sonntag ist es offiziell, die Weihnachtszeit hat begonnen. Ein guter Grund für mich hier mal etwas beschaulichere Worte zu schreiben. Zum Beispiel über Engel.

“Wie bitte, jetzt spinnt er völlig!” höre ich den einen oder anderen jetzt sagen. Aber nein, ich mein es völlig ernst, ich möchte über Engel erzählen. Warum auch nicht, denn sind wir mal ehrlich, der einzige Grund warum wir solch ein Thema als kitschig, kindlich oder einfach nur naiv abtun, ist die graue Realität die wir täglich erleben, voll mit  belanglosen Heilsbotschaften. Darin ist Rationalität und Härte gefragt und nicht irgendwelche Sentimentalitäten. Apropos Realität, aber genau darum geht es mir! Denn ich möchte hier gar nicht irgendwelchen esoterischen Unsinn über himmlische Wesen mit Flügeln berichten.

Ob es einen Himmel gibt weiß ich nicht. Das es Engel gibt, da bin ich mir sicher. Und ich bin sicher auch Du bist in deinem Leben bereits einem begegnet. Denn dieser Engel brachte Dir eine Botschaft, nur für Dich; und diese Botschaft hat Dich verändert; hat etwas in Dir verändert; Dir einen neuen Weg oder eine neue Sicht eröffnet und Dich vielleicht ein Stück weit begleitet.  Dazu waren keine besonderen Handlungen nötig, keine besonderen Ereignisse mussten geschehen, nur seine Anwesenheit war ausreichend dafür. Mag sein, dass Du es damals nicht erkannt hast, aber im Rückblick ist es Dir bewusst geworden.

Sicherlich wirst Du diesen Menschen, von dem ich hier rede, nicht unbedingt als einen Engel bezeichnen. Aber die Bezeichnung spielt auch keine besondere Rolle. Ich bezeichne diesen  Menschen – und möchte damit seine Besonderheit unterstreichen – als einen Engel. In Deinem Leben haben solche Menschen vermutlich andere Namen. Aber Du weist von wem ich rede und die Dankbarkeit diesem Menschen gegenüber begleitet Dich immer.

Mag sein das jetzt immer noch der ein oder andere der Meinung ist, dass ich hier infantilen Unsinn von mir gebe. Vielleicht ist es das ja auch, mag sein. Wie auch immer, ich akzeptiere diese Meinung. Meiner Überzeugung wird es nicht schaden.

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Die Nacht des Bösen

geschrieben in gesellschaftliches, philosophisches am Oktober 31st, 2009 von ra.f.

“Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit recht; denn alles was entsteht,
ist Wert das es zugrunde geht;
drum besser wärs das nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element”

Mit diesen Worten sellt sich Mephistopheles in Goethes Faust vor.  Auch wenn Goethe das Ereignis Halloween nicht kannte, so hat er doch mit diesen Worten einen – wie ich finde – passenden Reim dafür gefunden.

Wenn ich das mal versuche zu deuten, dann ist Halloween ja so eine Art Gegenveranstaltung zum Heiligabend, wo den armen Sündern im Totenreich gedacht wird. Ok, diese Mystik dient bestenfalls der Dekoration.  Eigentlich ist es doch nur ein guter Grund für eine Party. Und wenn man ehrlich ist, so traut man es dem Teufel doch auch eher zu eine gute Party zu schmeißen, als die braven Engel es könnten.

Gut und Böse, Heilige(r) und Sünder(in), beide Herzen schlagen nun mal in unserer Brust. Doch man könnte das Gute nicht benennen wenn es das Böse nicht gäbe. Denn ohne den Gegensatz, ohne den Unterschied, gäbe es nur Eintönigkeit. Doch diese könnte man nicht erkennen, da sie sich von nichts abhebt. Also kann es gar nicht so schlecht sein die Konturen mal wieder etwas zu schärfen.

Drum setzt die  Masken auf, lasst die gut-moralischen Vorsätze zu Hause, und genießt dieses teuflische Versteckspiel. Und wenn ihr morgen früh aufwacht und das schlechte Gewissen euch quält, so hat das auch sein Gutes. Denn dann könnt ihr eure wahren Werte mal wieder so richtig deutlich erkennen. Und wo Sünde ist, gibt es auch Vergebung.
Und zur Not begebt euch in die großen Hallen und betet es euch von der Seele, die machen da morgen sowieso Extraschichten.

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All those moments …

geschrieben in kulturelles, philosophisches am Oktober 1st, 2009 von ra.f.

All those moments will be lost in time,
like tears in rain … time to die

All diese Momente werden verloren sein in der Zeit,
so wie Tränen im Regen … Zeit zu sterben

Dieser poetische Satz stammt aus dem Film “Blade Runner” aus dem Jahr 1982 (siehe Wikipedia). Es geht um Vergänglichkeit, um die Tatsache das niemand weiß wie viel Zeit ihm noch bleibt, aber es irgendwann zu Ende sein wird. Jeder Moment ist kostbar, jeder Moment ist es Wert bewahrt zu werden, sei er fröhlich oder sei er traurig. Denn das Leben besteht nur aus Momenten und aus den Erinnerungen an sie.

Es geht nicht um Bedeutungslosigkeit. Denn was wäre der Regen ohne die Tränen … doch nur kaltes Wasser.


(Quelle: YouTubedeutsche Version )

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Traum und Wirklichkeit

geschrieben in menschliches, philosophisches am August 20th, 2009 von ra.f.

Eine Behauptung: der Traum unterscheidet sich von der Wirklichkeit nur durch die Abwesenheit von Sinnesreizen.

Es heisst, im Traum verarbeiten wir das Erlebte … bewerten es … ordnen es in das Koordinatensystem unseres Daseins ein. Doch kann man das wirklich so sehen … ist Träumen also ein Art Defragmentierung unserer geistigen Festplatte? … ich zweifle!

Was,wenn wir im Traum nichts anderes tun als im wachen Zustand auch … wir interpretieren Eindrücke … Eindrücke nicht von Außen … sondern Echos von zuvor gemachten Erfahrungen. Im wachen Zustand sind diese Echos keinesfalls verschwunden … sie werden nur von Reizen unserer Sinne und vom Feedback unseres Körpers überlagert. Und aus all dem bauen wir unsere Vorstellungswelt … unsere Wirklichkeit … unsere Subjektivität.

Und die Pointe des Ganzen … “Alles ist Idee” … das sagte schon Platon … gut gesprochen alter Mann … Idee von Licht und Schall.

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Tage wie dieser

geschrieben in menschliches, persönliches, philosophisches am Juli 28th, 2009 von ra.f.

Tage wie dieser
… sind sonderbar
Tage wie dieser
… lassen zweifeln
Tage wie dieser
… werfen um
Tage wie dieser
… fangen auf
Tage wie dieser
… geben Mut
Tage wie dieser
… bestimmen Wege
Tage wie dieser
… sind selten
Tage wie dieser
… kommen nicht wieder

Und du merkst,
das du lebst
und nur langsam stirbst,
an Tagen wie diesem

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Das Gebet vom Masterplan

geschrieben in gesellschaftliches, philosophisches am Juli 16th, 2009 von ra.f.

Oh mächtiger Gott, oh heiliges Gen
… du Entwurf vom goldenen Tier
… hier stehe ich um dein zu sein
… du bestimmst die Wirklichkeit in mir

… schwarz und weiß sind deine Farben
… und teilst die Welt nach deinen Regeln
… die Ketzer sollen fortan darben
… Konkurrenz lässt du nicht gelten

… ich bin ein kleiner Fehler nur
… in deinem perfekten Schliff
… vergib mir was ich Falsches tue
… denn du bist das reine Prinzip

… und auch wenn es dich nicht geben sollt
… so werden wir dich erdenken
… denn ohne dich können wir nicht sein
… du musst das Schicksal lenken.

… du bist die Ewigkeit
… du bestimmst den Wahn
… doch nichts gilt mit Verlässlichkeit
… du bist der Masterplan

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