Als der Tropfen die Erde berührte

geschrieben in nachdenkliches, sinnloses am Mai 21st, 2011 von ra.f.

Als der Tropfen die Erde berührte stand die Welt für den Moment eines Augenblicks still. Es war als wolle sich die Zeit eine Pause gönnen, eine kleine Rast in ihrer endlosen Unruh. Nun wird sich der eine oder andere fragen, wenn doch alles still stand, wer sollte denn dieses Ereignis beobachtet haben um darüber zu berichten?  Nun ja, niemand konnte das! Es war der Tropfen, er war Auslöser und er war Zeuge. Und alles was die Welt ausmachte, spiegelte sich in diesem Moment auf seiner Oberfläche. Tausend Formen und tausend Farben. Den Boden, den Himmel, Wolken und Sonne, Pflanzen, Tiere und Menschen, alles war erkennbar auf dieser glitzernden Fläche.  Im Innern sammelten sich die Gedanken, die Ideen, Gefühle und Wünsche, Träume und Sehnsüchte.  Alles fand einen Ort und fügte sich ein. Wäre die Welt in diesem Augenblick verharrt, hätte man es als perfekten Zustand beschreiben müssen. Nur die Zeit selbst konnte keinen Platz  im Tropfen besetzen,  sie stand still abseits. Doch die Schönheit des Tropfens zog sie an. Und da sie dieser Magie nicht lange widerstehen konnte, fing sie an sich zu ihm hin zu bewegen. Aber bevor die Zeit den Tropfen erreichte, schlug dieser auf die Erde auf und zerstob in tausend Wasserfontänen. In diesem Moment wurde die Welt neu erschaffen! Doch niemand hat es bemerkt. Nur die Zeit war geblieben was sie immer war, ein langes Band im Hier und Jetzt bis zum Vergessen hin.

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Differenz des Augenblicks

geschrieben in kulturelles, persönliches am November 8th, 2009 von ra.f.

Flösser 1999 - Die Differenz des Augenblicks“Differenz des Augenblicks” ist der Titel eines Gemäldes des verstorbenen Künstlers Gerd Flösser. Oft schon habe ich über dieses Bild und den Titel nachgedacht und mich gefragt: was bedeutet es?

So ein Augenblick ist eine recht kurze Zeitspanne. Wir beschreiben damit die kleinste Einheit unserer Wahrnehmungskraft. Es ist also ein subjektiver Punkt in der Zeit eines Menschen, so wie er ihn wahrnimmt. Aber das ist noch nicht alles. Wir sprechen oft von besonderen Augenblicken. Wieso?  … Weil sie von Bedeutung für uns sind. Es geschieht etwas in diesen Momenten. Es ist der Eindruck eines Ereignisses der etwas in uns verändert, der also einen Unterschied macht. Und schon sind wir bei der Differenz.
Viele Veränderungen in unserem Leben lassen sich auf einen besonderen Augenblick zurückführen, und oft kennzeichnen wir ihn mit Phrasen wie  z.B.  “Der Moment der Entscheidung” oder auch “Liebe auf den ersten Blick”.
Im übrigen, die Hirnforschung meint herausgefunden zu haben, dass so ein Augenblick genau 2,7 Sekunden dauert (vgl. Wikipedia). Ob das richtig ist und ob das von Bedeutung ist soll jeder für sich selbst entscheiden.

Man kann es aber auch anderes sehen. Und “Sehen” ist hier das richtige Stichwort. Denn wenn zwei Menschen etwas erblicken, dann sehen sie selten das selbe. Im besten Fall gleicht es sich. Aber in jedem Fall bleibt eine Differenz, ein Unterschied in der Wahrnehmung.  Hierbei entsteht eine gewisse Spannung, die nicht nur die Ursache für Mißverständnisse, sondern insbesondere auch komisch, lustig oder aber auch abstoßend, bedrohlich wirken kann.
Das schönste Bespiel dafür hat mir meine Tochter gegeben, sie war  3 oder 4 Jahre alt.  Beim betrachten des oben erwähnten Bildes – auf dem wie man sieht ein Papagei abgebildet ist – sagte sie plötzlich aus heiterem Himmel: “… und das da neben dran ist der Mamagei”  …  noch Fragen?

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