Als der Tropfen die Erde berührte
geschrieben in nachdenkliches, sinnloses am Mai 21st, 2011 von ra.f.Als der Tropfen die Erde berührte stand die Welt für den Moment eines Augenblicks still. Es war als wolle sich die Zeit eine Pause gönnen, eine kleine Rast in ihrer endlosen Unruh. Nun wird sich der eine oder andere fragen, wenn doch alles still stand, wer sollte denn dieses Ereignis beobachtet haben um darüber zu berichten? Nun ja, niemand konnte das! Es war der Tropfen, er war Auslöser und er war Zeuge. Und alles was die Welt ausmachte, spiegelte sich in diesem Moment auf seiner Oberfläche. Tausend Formen und tausend Farben. Den Boden, den Himmel, Wolken und Sonne, Pflanzen, Tiere und Menschen, alles war erkennbar auf dieser glitzernden Fläche. Im Innern sammelten sich die Gedanken, die Ideen, Gefühle und Wünsche, Träume und Sehnsüchte. Alles fand einen Ort und fügte sich ein. Wäre die Welt in diesem Augenblick verharrt, hätte man es als perfekten Zustand beschreiben müssen. Nur die Zeit selbst konnte keinen Platz im Tropfen besetzen, sie stand still abseits. Doch die Schönheit des Tropfens zog sie an. Und da sie dieser Magie nicht lange widerstehen konnte, fing sie an sich zu ihm hin zu bewegen. Aber bevor die Zeit den Tropfen erreichte, schlug dieser auf die Erde auf und zerstob in tausend Wasserfontänen. In diesem Moment wurde die Welt neu erschaffen! Doch niemand hat es bemerkt. Nur die Zeit war geblieben was sie immer war, ein langes Band im Hier und Jetzt bis zum Vergessen hin.



