Pisagisten

geschrieben in gesellschaftliches, politisches am Dezember 8th, 2010 von ra.f.

Heute morgen habe ich zwei Artikel über die neue Pisa Studie in einer regionalen Tageszeitung gelesen.

Der erste Artikel auf der Titelseite bejubelte die positive Entwicklung im deutschen Schulsystem in den letzten 10 Jahren, was dazu führte das sich Deutschland im internationalen Ranking von einem hinteren Platz im Mittelfeld auf einen mittleren Platz im Mittelfeld verbesserte. Weitere Einsichten in die Studie gab es kaum, lediglich darauf aufbauende Schlussfolgerungen.

Im zweiten Artikel wurde versucht näher auf die Studie einzugehen. Es wurde versucht das zustande kommen der Ergebnisse zu erklären. Darunter durchaus auch kritische Anmerkungen, wie z.b., dass die Verbesserungen auch dadurch zu erklären wäre, dass deutsche Schüler einfach besser auf die Art von Aufgaben vorbereitet waren wie sie im Pisa-Test gestellt wurden, da ähnliche Aufgaben seit der ersten Pisa Studie vermehrt an den Schulen geübt werden.

Das seltsame dabei, der zweite Artikel befand sich auf der Seite die sich an Kinder und Jugendliche wendet.

Jetzt frage ich mich, wieso ist man bemüht Kindern und Jugendlichen eine detailliertere Analyse zu vermitteln als Erwachsenen.

Ich sehe zwei mögliche Gründe dafür:

  1. man hält Erwachsene, also die dumme Vor-Pisa Generation, für unfähig dieser Analyse intellektuell zu folgen, oder
  2. ich bin einfach zu blöd, da die oben beschriebe Erkenntnis ja schließlich intuitiv jedem Normal-Erwachsenen einleuchten müsste, ohne dass man sie ihm wie einem kleinen Kind unter die Nase reibt.

Ich grüble noch darüber, was wohl das zutreffende ist. Falls es Möglichkeit 2 ist werde ich aber wohl nie drauf kommen. Vielleicht sollte ich mich zukünftig besser auf die Bild-Zeitung beschränken.

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Fliegen lernen

geschrieben in menschliches am März 28th, 2010 von ra.f.

“Ich ermahne dich, Ikarus, dich auf mittlerer Bahn zu halten, damit nicht, wenn du zu tief gehst, die Wellen die Federn beschweren, und wenn du zu hoch fliegst, das Feuer sie versengt. Zwischen beiden fliege! Ich befehle dir auch, nicht den Bootes, den Großen Wagen oder das gezückte Schwert des Orion anzuschauen. Nimm deinen Weg unter meiner Führung.” (Quelle: Wikipedia)

Mit diesen Worten belehrte Daedalus seinen Sohn Ikarus. Und Ikarus flog, doch missachtete er die Worte seines Vaters und stürzte zu Tode. Diese Sage ist hinlänglich bekannt. War Daedalus ein guter Lehrer und, darüber hinaus, ein guter Vater für seinen Sohn?

Daedalus hat seinem Sohn alles über das Fliegen beigebracht was er selbst wusste. Alles was nötig gewesen wäre um sicher ans Ziel zu kommen. Ikarus konnte fliegen und er flog auch. Seiner Aufgabe als Lehrer ist er also vollkommen gerecht geworden.

Doch Ikarus war offensichtlich noch nicht reif genug und ist seinem jugendlichen Leichtsinn erlegen. Heutzutage muss ein Jugendlicher volljährig sein, also min. 18 Jahre alt, um sich hinterm Steuer eines Autos im öffentlichen Verkehr zu tummeln. Doch Volljährigkeit ist kein Schalter den man umlegt und mit dem man von Unreife auf Reife umstellt. Die Unfallstatistiken von jugendlichen Verkehrsopfern belegen das ja mit deutlichen Zahlen.

Irgendwann muss man nun mal loslassen. Den Nachwuchs nicht nur über die Klippe in den Abgrund blicken lassen über den er mal fliegen soll, sondern ihn auch zum Sprung über die Kante ermutigen. Diesen Zeitpunkt richtig zu erkennen ist wahrscheinlich das schwerste was besorgte Väter und Mütter leisten müssen. In manchen Situationen jedoch wird dieser Anstoß auch von der äußeren Situation bestimmt, wie auch im Falle Daedalus´ und Ikarus´.

Nein, man kann Daedalus keinen Vorwurf machen und er selbst sollte es auch nicht tun.

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Danny (18)

geschrieben in gesellschaftliches, menschliches am März 8th, 2010 von ra.f.

Danny war kein unbeschriebenes Blatt. Vor vier Jahren galt er als der schlimmste Jugendliche im Land, so nannten ihn seine Eltern und eine Zeitung  brachte es ganz groß raus. Damals war er der Held in der Hölle. Die Hölle, das war das Heim in das man ihn gesteckt hatte. Der Triumph des Ruhms hielt nicht lange an, bald darauf war da nur noch Wut und Hass auf alles und jeden. Und er lies es raus, jeder bekam es zu spüren, Psychologen, Erzieher, Mitbewohner, immer brutaler, ohne Gnade. Man steckte ihn schließlich in eine Jugenderziehungsanstalt, schloss in weg, man vergaß ihn.

Es gab Momente da dachte er über sein Handeln nach und es gab auch Momente da wollte er sich ändern. Doch er konnte sich nicht kontrollieren, nicht beherrschen, er konnte die Grenzen nicht erkennen über die er trat. Er hat schon immer getan was er wollte, man hat ihn tun lassen, andere zählten nicht, null Toleranz.

Es geschah drei Monate vor seinem achtzehnten Geburtstag. Ein neue Sozialarbeiterin trat ihren Dienst in der Anstalt an. Sie war um die 30 und  hatte entfernt Ähnlichkeit mit seiner Mutter.  Er hasste sie.

Bei ihrem ersten Gespräch lies er sie seine Verachtung spüren, beschimpfte sie, beleidigte sie und er sah das sein Worte Wirkung zeigten. Aber er sah auch das er sie nicht brechen konnte und seine Waffen wurden stumpf. Sie sagte: “hör auf damit!” Er begann zu weinen, er wusste nicht weshalb und konnte es nicht erklären, es geschah einfach. Sie nahm ihn in die Arme, dann war es vorbei.

Nein, natürlich ging das nicht ganz so schnell. Aber schneller als es jeder für möglich gehalten hatte. Sie war immer da, sie war da für ihn, kümmerte sich um ihn, sie nahm in ernst, hörte ihm zu, sie war streng und unnachgiebig. Die nächsten Wochen erhielt er einen Crashkurs in Sachen Respekt und Nächstenliebe. Er hörte auf sie, nie zuvor hatte er auf jemanden gehört. Er lerne sich kontrollieren und seine Gefühle in Zaum zum halten. Er war glücklich und stolz.

Heute ist sein achtzehnter Geburtstag. Endlich erwachsen! Seine letzte Beurteilung ist gut, er darf raus, er ist frei, das ganze Leben vor sich. Und da ist eine Perspektive wo vorher nur Nebel war. Die ersten Schritte auf diesem Weg führen ihn in den nächsten Blumenladen, wo er den ersten Strauß rote Rosen seines Lebens kauft.

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lupen rhein

geschrieben in komisches, sinnloses am August 23rd, 2009 von ra.f.

“Laura, horch jetzt uff des was de Babba secht”

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Pfadfinderregel

geschrieben in alltägliches, menschliches, persönliches am August 15th, 2009 von ra.f.

“Hinterlasse einen Ort immer in einem besseren Zustand als du ihn vorgefunden hast” … diese goldene Pfadfinderregel habe ich heute irgendwo gelesen. Dabei fielen mir spontan die Hinweisschilder ein die heute im Büro an gewissen Örtlichkeiten zu lesen waren. Darauf stand die Aufforderung, während des Aufenthalts doch bitte einer ordentlichen Geschäftstätigkeit nachzugehen und den Ort des Geschehens wieder in sauberen Zustand zu verlassen. Es stellte sich dabei nur die Frage … aber das nur nebenbei … ob sich mit der Anrede “Liebe Kolleginnen” alle Teilnehmer der Herren-Toillette angesprochen fühlten.
Aber zurück zur Pfaderfinderregel … was würde es denn bedeuten, diese Regel auf die angesprochene Situation anzuwenden? … Nein bitte, kein weiteren Details!
Doch ist es nicht so … in uns allen schlummert ein kleiner Pfadfinder, der nur Gutes tun möchte … aber es gibt im Leben einfach Situationen … in denen einem die ganze Sch…. einfach egal ist … und das besonders dann, wenn es sich dabei um den Mist eines anderen handelt!
Gute Tat hin, Gute Tat her … Hände in Unschuld waschen und dann ab durch die Mitte.

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