Die Nacht des Bösen
geschrieben in gesellschaftliches, philosophisches am Oktober 31st, 2009 von ra.f.“Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit recht; denn alles was entsteht,
ist Wert das es zugrunde geht;
drum besser wärs das nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element”
Mit diesen Worten sellt sich Mephistopheles in Goethes Faust vor. Auch wenn Goethe das Ereignis Halloween nicht kannte, so hat er doch mit diesen Worten einen – wie ich finde – passenden Reim dafür gefunden.
Wenn ich das mal versuche zu deuten, dann ist Halloween ja so eine Art Gegenveranstaltung zum Heiligabend, wo den armen Sündern im Totenreich gedacht wird. Ok, diese Mystik dient bestenfalls der Dekoration. Eigentlich ist es doch nur ein guter Grund für eine Party. Und wenn man ehrlich ist, so traut man es dem Teufel doch auch eher zu eine gute Party zu schmeißen, als die braven Engel es könnten.
Gut und Böse, Heilige(r) und Sünder(in), beide Herzen schlagen nun mal in unserer Brust. Doch man könnte das Gute nicht benennen wenn es das Böse nicht gäbe. Denn ohne den Gegensatz, ohne den Unterschied, gäbe es nur Eintönigkeit. Doch diese könnte man nicht erkennen, da sie sich von nichts abhebt. Also kann es gar nicht so schlecht sein die Konturen mal wieder etwas zu schärfen.
Drum setzt die Masken auf, lasst die gut-moralischen Vorsätze zu Hause, und genießt dieses teuflische Versteckspiel. Und wenn ihr morgen früh aufwacht und das schlechte Gewissen euch quält, so hat das auch sein Gutes. Denn dann könnt ihr eure wahren Werte mal wieder so richtig deutlich erkennen. Und wo Sünde ist, gibt es auch Vergebung.
Und zur Not begebt euch in die großen Hallen und betet es euch von der Seele, die machen da morgen sowieso Extraschichten.



