Minimal Demokrat
geschrieben in gesellschaftliches, politisches am Februar 17th, 2010 von ra.f.Heute ist politischer Aschermittwoch. Nun ja, das wird vielen, so wie mir auch, ziemlich gleichgültig sein. Offen gestanden, das tägliche Kasperletheater der Politik interessiert mich fast überhaupt nicht. Es reicht mir meist völlig einmal die Woche eine grobe Zusammenfassung der Schlagzeilen zu bekommen. Aber da ist eine Frage die ich mir immer wieder stelle. Was ist das Minimum an Bürgerpflicht das ich meinem demokratischen Land schuldig bin?
Denn meine grundsätzliche Überzeugung ist es schon, dass die freiheitlichen Privilegien , die soziale und gesellschaftliche Sicherheit und auch der relative Wohlstand in dem ich lebe, keine gottgegebene Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas woran das demokratische Prinzip in diesem Land einen großen Anteil hat und wofür viele Menschen in der Vergangenheit sehr viel gegeben haben und das auch heute noch tun. Was muss also ein pflichtbewusster Demokrat tun, damit er dieses Prinzip 1. nicht durch Gleichgültigkeit schwächt und 2. sich als Teil eines stabilen Rückrates einer demokratischen Gesellschaft bezeichnen darf?
Spontan fällt einen zum Thema Bürgerpflicht ein: wählen gehen. Richtig, und allgemeiner gesagt, alle Pflichten erfüllen die das Grundgesetz dem Einzelnen auferlegt. Reicht das aus? Nein, ich schätze nicht, denn das sind alles rein passive Dinge (auch “wählen gehen” kann eine rein passive Handlung sein). Darüber hinaus macht es das Grundgesetz zu dem goldenen Kalb, von dem das gesamte demokratische Prinzip auszugehen scheint, was aber eine falsche Sichtweise ist, denn das Grundgesetz ist nur Ausdruck des demokratischen Kodex bzw. Gesellschaftsvertrags, nicht aber dessen Ursprung.
Also was gehört dazu um ein aufrechter Minimal-Demokrat zu sein? Abschließend habe ich diese Frage für mich noch nicht geklärt, aber eines gehört sicherlich dazu: Wachsamkeit!
Damit meine ich Wachsamkeit gegenüber Entwicklungen die der Demokratie nachhaltig Schaden zufügen. Da stellen sich natürlich wieder zwei Fragen: 1. Wer bestimmt was schädlich für die Demokratie ist und 2. was ist zu tun wenn die Alarmglocken läuten? Meine aktuelle Antwort auf diese Fragen lauten: ich bestimme, was schädlich ist für meine Demokratie und ich bestimme was dann zu tun ist! Denn ich als einzelnes Individuum forme mit meiner Meinung und meinen Handlungen diese Gesellschaft mit. Und das Gesamtsystem Demokratie das sich daraus bildet, ist mehr als die Summe seiner Teile und es organisiert und erhält sich dadurch selbst.
Soviel zur Theorie.



