Den Kopf voll Nix

geschrieben in kulturelles, menschliches am Mai 21st, 2011 von ra.f.

BAP – Verdammt lang her (1981)

… Ich weiß noch wie ich nur dovun jedräump hann
wovunn ich nit woss wie jet söke sollt
vuur lauter Sookerei et Finge jlatt versäump hann
un üvverhaup wat ich wo finge wullt

Nen Kopp voll Nix nur die paar instinktive Tricks
et duhrt lang besste dich durchblicks …

Ich weiß noch wie ich nur davon geträumt hab
wovon ich nicht wusst wie ich es suchen sollt
vor lauter Sucherei das Finden glatt versäumt hab
und überhaupt was ich wo finden wollt

Den Kopf voll Nix, nur die paar instinktive Tricks
es dauert lang bis du dich durchblickst

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Was ist ein “Hut”

geschrieben in nachdenkliches, sinnloses am Februar 20th, 2010 von ra.f.

Mein Drucker am Arbeitsplatz meint in letzter Zeit mir etwas Abwechslung verschaffen zu müssen und spuckt immer mal wieder Dokumente aus längst vergessenen Tagen aus. So kam vor kurzen ein historisches Dokument zum Vorschein mit dem schönen Titel: Was ist ein “Hut”?

Was soll das? Wer stellt sich so eine unnütze Frage? Beim Lesen ist mir dann klar geworden, dass hier ein wahrer Philosoph am Werk war, denn darin stehen so denkwürdige Sätze wie:

Es gibt zwei Arten von Hüten: einen Hut den man sich selbst aufgesetzt hat … (und) einen Hut der an jemandem delegiert wurde. Ein Hut hat immer einen Initiator. Er ist derjenige der die Problematik erkannt, Verantwortung übernommen und damit einen Hut erschaffen hat. Er ist auch derjenige der den Hut wieder verschwinden lassen kann… Nur eine Person kann ein Hut tragen … auf der anderen Seite kann eine Person mehrere Hüte tragen.

Ist das nicht reine Magie? Fehlt eigentlich nur noch das weiße Kaninchen. Plötzlich wurde mir klar, dass das Thema ja gar nicht so ungewöhnlich ist. Bereits im kleinen Prinz wird die Frage nach dem Hut dahingehend beantwortet, dass es ja eigentlich kein Hut im engeren Sinne sei, sondern eine Boa Constrictor die einen Elefanten gefressen hat.

Hut

Da sind sie wieder, die Ängste unserer Zeit, die Ängste vor Hüten und dass man nicht sagen kann was sich in einem Hut verbirgt. Man muss zuerst sein Innerstes erforschen. Dann verrät uns der Fuchs sein schönes Geheimnis:

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Darum seid auf der Hut und schließt die Augen.

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Todfeinde

geschrieben in kulturelles, sinnloses am Februar 9th, 2010 von ra.f.

Die beiden konnten sich nicht leiden. Schon seit Kindertagen prügelten sie aufeinander ein. Manchmal mit Worten, manchmal mit Schlägen, immer boshaft und immer maximal verletzend.

Jetzt standen sie sich gegenüber zum letzten Duell; bewaffnet, geladen und bereit.  Der Hass stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Heute wird es sich entscheiden. Unzählige Stunden der Wut, der Erniedrigung. All die Jahre und jetzt hier. Sämtliche Gemeinheiten kommen hoch und konzentrieren sich in diesem Moment. Einer muss verlieren, den höchsten Preis bezahlen. Jetzt wird es geschehen … entsichert! … der Finger am Abzug und der Abzug am Anschlag …

Die Nacht war stockfinster und totenstill. Niemand war hier, keine Zuschauer, kein schadenfrohes Gelächter, keine Anheizer. Niemand sieht wie sie auseinander gehen und den Sinn ihres Daseins zurück lassen…

Einige Zeit später fand man den einen erhängt in seinem Keller, der andere jagte sich in seinem Loch eine Kugel in den Kopf. Bei beiden fand man einen Zettel auf dem stand:

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sinnlose Weihnacht?

geschrieben in gesellschaftliches, persönliches am Dezember 2nd, 2009 von ra.f.

Foto Quelle: "vintage little girl dressed up for christmas time" von freeparking (Flickr)Ein Weihnachten ohne Geschenke … wäre das schlimm? Ein Weihnachten ohne Christbaum, Weihnachtsgans, Glühwein trinken  … wäre das schlimm? Ein Weihnachten ohne den jährlichen Kirchenbesuch, ohne Kerzenlicht und Bescherung … wäre das schlimm?

Wird die Welt dadurch besser das es Weihnachten gibt? Sterben an Weihnachten mehr Kinder an Unterernährung oder mehr Erwachsene an Herzverfettung? Ist das Licht aller Weihnachtsbäume zusammen heller als das Licht aller Bombeneinschläge?

Kann mir jemand sagen, was an Weihnachten wirklich wichtig ist? Die Familie, die Weihnachtsgeschichte, Gefühle von Geborgenheit?

Foto Quelle: "Weihnachtsfest mit Gaststudent" - Bundesarchiv Bild 183-79060-0002, Berlin (Wikimedia Commons)

All diese Fragen sind rhetorisch und völlig bedeutungslos.  Mir reicht es wenn ich an Weihnachten einen einzigen glücklichen Menschen sehe. Und ja, für diesen einen glücklichen Menschen lohnt sich der ganze Aufwand.

Jeder von euch hat wahrscheinlich seine eigene Vorstellung von dem was ihm an Weihnachten besonders wichtig ist. Wenn ihr Lust habt schreibt es mir doch in den Kommentar. Würde mich ehrlich sehr interessieren.

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Hinter Glas

geschrieben in menschliches am November 6th, 2009 von ra.f.

Es gibt Dinge denen du nicht ausweichen kannst, Dinge die einfach geschehen … vielleicht weil sie geschehen müssen.  Folgendes hat sich vor kurzem ereignet:

Ein Mann, nennen wir ihn Eddie, lief durch die Straßen einer Stadt auf der Suche nach einem neuen Leben. Er hatte sein Jetziges satt, lange schon. Er wollte raus, er wollte was Neues sehen, wollte wieder Abenteuer erleben, so wie es damals war.  Eddie denkt oft an damals.

Als er nun so durch die Stadt zog kam er irgendwann an einem Schaufenster vorbei. Hinter diesem Fenster machte sich eine Dekorateurin zu schaffen. Sie wandte ihm den Rücken zu, so dass er sie nicht gleich sehen konnte; und hätte es diesen besonderen Augenblick nicht gegeben, er wäre arglos weiter gegangen. Doch in diesem Moment, dem Moment als sie sich umdrehte und sich ihre Blicke für einen winzigen Augenblick begegneten, änderte sich alles für ihn. Nun war Eddie nicht gerade die Spontanität in Person und doch eher behäbig, deshalb lief er auch erstmal weiter. Doch das Signal war angekommen. Er machte kehrt und lief zurück; zurück zu dem Fenster hinter dem ein Wunder auf ihn wartete.

Ihr Name war Marlena, aber das wusste Eddie zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht; und dennoch, es war ihm als würde ihr Name wie ein Echo durch ihn fließen; ein Echo dessen Ursprung in der Zukunft lag.

Auch sie war von diesem Augenblick an verzaubert. Alle Dinge die gerade noch so wichtig erschienen – die schlecht bezahlte Arbeit,  die Verabredung am Abend mit ihrem Kollegen, die ewigen Nörgeleien ihrer Mutter – waren wie ausgelöscht.  Sie wandte sich der Straße zu; und mit kleinen, zaghaften Schritten trat sie ihm entgegen bis nur noch das dünne Glas sie beide trennte.

Er legte die Hand auf die kühle Scheibe; sie tat es ihm gleich; und niemals werden sie diese erste Berührung vergessen. Lange blieben die beiden so stehen, fast wie erstarrt, ihre Blicke miteinander verbunden. Der Atem, der sich zu beiden Seiten auf der Scheibe niederschlug, konnte ihre Sicht nicht trüben. Denn ihre Sicht war nun weit nach vorne gerichtet;  kein Damals mehr und auch kein Suchen …

An dieser Stelle beende ich die Erzählung dieser Geschichte. Warum? Nun, dafür gibt es einige Gründe. Ein Grund wäre bespielsweise das die folgenden Ereignisse ganz alleine den beiden gehören. Doch ich bin sicher, jeder kennt die Fortsetzung und jeder kann sie für sich selbst weiter erzählen.

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Selbstreflexion

geschrieben in menschliches am August 5th, 2009 von ra.f.

Um sich selbst zu reflektieren genügt es nicht in seinen eignen Spiegel zu schauen. Aus sich heraus treten um sich so zu betrachten wie ein Außenstehender es tun würde, ist nur eine Form der Selbsttäuschung. Es funktioniert nicht, man kann bei dieser Betrachtung seinen eigenen Illusionen nicht entkommen.

Sein Selbst zu reflektieren heißt sich im Spiegel eines anderen zu sehen. Die Reaktionen eines anderen Menschen auf das Tun und Sein der eigenen Persönlichkeit, daraus ziehen wir unsere Selbsterfahrung. Ablehnung und Bestätigung sind die beiden Pole dieser Reaktionen.

Ablehnung zu vermeiden und Bestätigung zu finden ist das größte Streben in unserem Leben. Dieses Prinzip ist übertragbar auf jeden Bereich des Mensch Seins, abgesehen von den rein biologisch begründeten Bedürfnissen. Es ist uns jede Mühe wert, denn unseren eigen Stellenwert erkennen wir darin.

Wenn wir lieben, so ist es unser größtes Streben, dass diese Liebe vom Anderen erwidert – also reflektiert – wird. Dafür schwitzen und dichten wir. Beim Sex bestätigt der Orgasmus des anderen die eigene Potenz. Wenn wir arbeiten, ziehen wir unsere Motivation nicht aus der Höhe der Entlohnung, sondern aus der Anerkennung und Dankbarkeit eines Anderen für das Geschaffene.

Zur Selbstwahrnehmung gehören also mindestens Zwei. Jeder kann des anderen Spiegel sein. Und wenn wir uns trauen den Andren zu betrachten und seine Reaktionen zulassen, dann werden wir unser wahres Selbst erkennen. Eine Mutprobe!

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Tod, Leben … und davor?

geschrieben in nachdenkliches am Juli 13th, 2009 von ra.f.

Wieso fragen sich alle “Was kommt danach?” … nach dem Leben … was ist der Tod?. Wieso fragt keiner nach dem “Was war davor?” … vor diesem Leben … vor der Geburt … oder für die Spitzfindigen unter euch … vor der Zeugung. Keine Worte verschwenden wir dafür … es gibt nur das Leben und den Tod in unserem Denken … das Jetzt und das Danach.

Doch ist das angemessen? … ist diese Phase nicht ebenso bedeutungsvoll. Natürlich … da ist die Zeit … die läuft nun mal vorwärts und selten zurück … also was kümmert uns was gestern war … was davor war … es kommt nicht wieder. Doch ist das nicht zu simpel … und ignorant dazu … kann man Leben und Tod betrachten ohne das Davor mit einzubeziehen in unser Gleichungssystem … na gut, diese dritte Unbekannte wird die Lösung nicht einfacher machen … aber vielleicht korrekter.

Natürlich beschäftigen wir uns damit … werden die Naturwissenschafler unter euch jetzt sagen … die Suche nach dem Anfang an sich … ein Milliarden schweres Streben ist das. Doch ehrlich gesagt … wer kann euch schon trauen … die ihr alles durch das ständige Umwandeln von Energiezuständen erklären wollt.

Und die Religionsfraktion unter euch … auch euch höre ich reden … von Wundern und göttlichem Getue. Lasst mal gut sein … das hilft hier auch nicht weiter.

Beschäftigt man sich aber mit dem Gedanken “Was war davor?” … so sträuben sich einem die Nackenhaare … eine Abwehrreaktion … man will es nicht … man braucht es nicht. Wieso ist das so? … und wieso löst der Gedanke an das Danach nicht eben solche Reaktionen aus? Es könnte sein das wir den Tod dabei immer als die Verlängerung des Lebens glorifizieren … um es uns leichter zu machen … und sei es unbewusst. Wenn das so ist … dann ist das falsch … dann sollten wir uns von nun an sehr intensiv mit dem Davor beschäftigen … denn hier haben wir die reine Unfassbarkeit vor uns … nichts Verklärtes … etwas Unverdorbenes … die wahre Nicht-Existenz.

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Was soll das?

geschrieben in persönliches, sinnloses am Juli 8th, 2009 von ra.f.

Was ist der Sinn meines Leben? Fragt ihr euch das nicht auch manchmal. Diese uralte, philosophische Frage. Doch jeder Versuch einer Antwort … und sei sie noch so banal … impliziert doch in sich schon die Frage nach dem größeren Sinn … dem Sinn des Sinns … und steigert sich damit zu einer unendlichen Fibonacci-Folge von Sinnlosigkeit.
Denn was ist … wenn es gar keinen Sinn gibt … das Leben … mein Leben … dein Leben … völlig sinnfrei ist … Ist das erschreckend? … Aber auch das lässt sich letztendlich doch nicht abschließend beantworten. Vielleicht ist ja nur die Frage falsch gestellt … vielleicht müsste die Frage heißen: Was kann ich sinnloses tun um zu Leben? … oder … Wie kann ich mich vom Zwang der Sinnsuche befreien?
Das hier ist ein Versuch, diesen Fragen nachzugehen.

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