Den Kopf voll Nix

geschrieben in kulturelles, menschliches am Mai 21st, 2011 von ra.f.

BAP – Verdammt lang her (1981)

… Ich weiß noch wie ich nur dovun jedräump hann
wovunn ich nit woss wie jet söke sollt
vuur lauter Sookerei et Finge jlatt versäump hann
un üvverhaup wat ich wo finge wullt

Nen Kopp voll Nix nur die paar instinktive Tricks
et duhrt lang besste dich durchblicks …

Ich weiß noch wie ich nur davon geträumt hab
wovon ich nicht wusst wie ich es suchen sollt
vor lauter Sucherei das Finden glatt versäumt hab
und überhaupt was ich wo finden wollt

Den Kopf voll Nix, nur die paar instinktive Tricks
es dauert lang bis du dich durchblickst

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Zwischen zwei Tagen

geschrieben in nachdenkliches, persönliches am Juli 5th, 2010 von ra.f.

Ich erreiche den Ort kurz vor Mitternacht. Ein Gewitter zieht auf, ferne Blitze erhellen die Szene. Die Stadt liegt unter mir, strahlend in ihren Lichtern, berauschend wie es immer war. Ein starker Wind weht kühl, doch nicht unangenehm.

Immer wieder zieht es mich an diesen Ort. Hier kreuzen sich Erinnerungen, hier fällt es leicht auf unsichtbare Wahrheiten zu blicken, hell erleuchtet von der Nacht.  Alte Träume kommen mir in den Sinn, ich erkenne sie gut, doch sind sie längst entstellt, wie Zombies aus einer imaginären Welt.

Ein Gefühl des Triumphs steigt in mir auf. Neue Wünsche werden geboren. Der Plan wird angepasst, die Zeit ist gut gewählt. Zwei Wege entstehen. Der Eine führt zurück zu dem was ich immer wollte. Der Zweite lässt nur Dunkelheit erblicken. Welches der richtige ist, lässt sich nicht sagen, im hier und jetzt, zwischen zwei Tagen.

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Mauerblümchen

geschrieben in menschliches am Oktober 22nd, 2009 von ra.f.

Sie verlässt die Wohnung nicht sehr gerne. Meist nur zum Einkaufen, im Supermarkt um die Ecke. Dort weiß sie genau, wo die Dinge stehen die sie braucht. Dem gelangweilten Blick der Kassiererin weicht sie aus. Zählt nicht das Wechselgeld. Packt alles zusammen, verschwindet und hinterlässt keinen Eindruck.

Ihre Wohnung ist klein, nicht mehr als ein Zimmer. Alles hier ist ihr vertraut. Hier fühlt sie sich sicher. Das ist ihre Burg. Niemand sonst, hat je die Schwelle überschritten.

Nur ganz früh am Morgen, wenn alles noch schläft, läuft sie hinunter an den  kleinen See im Park. Niemand ist hier. Sie will nicht gesehen werden. Sie will nicht angestarrt werden. Sie findet sich hässlich, sie findet sich dumm.

Dann setzt sie sich auf die Bank und fängt an zu träumen. Vergisst die Zeit und vergisst ihr einsames Leben.  Aber sie träumt nicht davon schön und klug zu sein. Nicht davon geachtet und begehrt zu werden. Nicht von Reichtum und auch nicht von Erfolg. Sie träumt nicht von Afrika oder Shoppen in Paris. Das alles liegt ihr fern.

Was sie sich dann vorstellt ist ein Jemand, der an ihrer Seite sitzt und mit seinen Fingern ihre Hand berührt. Ein Lächeln in ihrem Gesicht, ein glücklicher Moment, kein Wort kann das beschreiben.

(Fortsetzung siehe hier)
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