Ein alter Freund

geschrieben in menschliches am Juni 4th, 2010 von ra.f.

Vor kurzen traf ich einen alten Freund, einen Blutsbruder meiner Vergangenheit. Was hat nur unsere Wege getrennt? Ewige Freundschaft hatten wir uns geschworen, doch vor Jahren uns dann aus den Augen verloren.

Ich erschrak, als ich ihn nun wieder sah und was aus ihm geworden war. Alt, geknickt, ich muss es sagen. Wo war der Unbeschwertheit unserer Jugendtage?

Das Bier floss gut, wir knüpften an die alte Vertrautheit an, so wie es immer war und der Abend wurde lang. Lachend wurden Geschichten aufgetaut. Bis ihr Name fiel, dann verstummte er. Kann es sein? Es war doch schon so lange her.

Ein Traumpaar waren sie, kannten sich seit Kindesbeinen. Unzertrennlich! Mit Plänen für die Ewigkeiten. Was war geschehen? Was konnte sie trennen? Er erzählte wie sie plötzlich verschwand, ein letztes Wort in einem Abschiedsbrief an der Wand.

Es folgte eine Zeit, mit Alkohol, Selbstmordgedanken und viel Einsamkeit. Doch immer wenn er von ihr sprach, ein glitzerndes Leuchten in seine Augen trat. Tränen voller Licht und Traurigkeit. Die Jahre verstrichen, die Sehnsucht blieb, die Freude verblichen.

Vor kurzem traf ich einen alten Freund. Der nur noch lebte in seiner Vergangenheit. Als wir uns trennten, ergriff ich die Flucht, damit ich nicht der Krankheit verfalle, die ihn hat heimgesucht.

(frei nach dem  Song “A friend in a bar” von Tina Dico)

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Der Schlussstein

geschrieben in persönliches am März 23rd, 2010 von ra.f.

In der Architektur vergangener Tage kam dem Schlussstein beim Bau von Gewölben und Bögen eine ganz besondere Bedeutung zu. Dieser Stein, am Scheitelpunkt platziert, gibt der gesamten Konstruktion erst die nötige Stabilität.  Er sorgt dafür das sowohl die inhärent wirkenden, statischen Kräfte des Bauwerks selbst, als auch die von außen einwirkenden Kräfte in optimaler Weise über die tragenden Säulen nach unten geleitet werden.

Nur die fähigsten Steinmetze wurden beauftragt den Schlussstein zu fertigen, denn es kam für den perfekten Sitz des Steins nicht nur auf eine möglichst genaue Fertigung nach Planmaß an, sondern es mussten insbesondere die beim Bau zwangsläufig auftretenden Abweichungen vom Planmaß berücksichtigt werden.

Nur ein solcher Stein hat die Fähigkeit dem Bauwerk nicht nur nach dem unmittelbaren Einsetzen Stabilität zu verleihen, sondern, durch seine präzise Passform zu den umliegenden Steinen und dem Wirken der Kräfte, über die Jahre hinweg sogar einen Zuwachs an Stabilität zu ermöglichen.

Ersetzt man nun einen solchen Stein, so besteht die Gefahr das durch das Entfernen eine unmittelbare und in gewissem Maße unkalkulierbare Instabilität  im gesamten Bauwerk auftritt. Ist man nun nicht in der Lage die Lücke des entfernten Schlusssteins schnell durch ein gleichwertiges Pendant zu ersetzen, wird das gesamte Bauwerk,  oben beginnend, in sich zusammen stürzen.

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Goodbye Valentine

geschrieben in menschliches am Februar 14th, 2010 von ra.f.

Valentinstag neigt sich langsam dem Abend zu. Die Blumen blühen noch wie die Augen der Verliebten, die Küsse schmecken süß, dass selbst die Pralinen sich damit nicht messen können und die umschließenden Arme erinnern daran das der Frühling der Ewigkeit doch gerade erst begonnen hat.

Doch den Glücklichen da Draußen will ich diesen Post nicht widmen. Ich denke an jene, die heute allein auf der Couch sitzen, mit nichts weiter im Arm als einem Kissen. Deren Feuchtigkeit in den Augenwinkeln nicht richtig trocknen will. Die hin und her gerissen sind zwischen Sehnsucht, Wut, Selbstzweifel und Zorn. Keine schlauen Worte wurden jemals gesprochen, keine Medikamente erfunden, die ihren Schmerz vertreiben können. Nichts, außer der Vergesslichkeit der Zeit.

Oft wurde dieser melancholische Blues schon besungen. Auch wenn diese Lieder die Geschehnisse nicht verändern, so geben sie doch wenigstens den Trost das auch andere diese Zeiten durchmachen … oder durch gemacht haben …  oder durchmachen werden.

A Fine Frenzy besingt es in ihrem Lied “Almost Lover” mit den Worten:

ich wollte dich für immer glücklich machen
ich dachte du wolltest das selbe für mich

Goodbye, mein beinah Geliebter
Goodbye, mein hoffnungsloser Traum
ich versuche nicht mehr an dich zu denken
kannst du mich nicht einfach loslassen?
mach’s gut, du glücklichlose Romanze
ich wende dir meinen Rücken zu
hätte wissen müssen das du nur Kopfschmerz bringst
wie beinah Geliebte es immer tun

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Liebe ist…

geschrieben in menschliches, philosophisches am Februar 8th, 2010 von ra.f.

Sie ist das wichtigste Vermächtnis des Christentums, die stärkste Sehnsucht der Menschheit und wie schon Platon  schrieb “Der Wahnsinn der Götter”: DIE LIEBE! …

So stand es heute in der Einleitung zu einer neuen Artikel-Serie in der BILD Zeitung (08.02.2010). Na, da haben sie ja mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen … oder etwa nicht!?  Meiner Meinung nach so ziemlich die dümmste Definition von Liebe die ich je gelesen habe. Nächstenliebe, evolutionäre Selektion und Rumgepoppe verrückter Götter! Sollen das die Eckpfeiler sein zwischen denen die Liebe lebt! Fehlt da nicht noch ein bischen was! Leidenschaft, Hingabe, Fürsorge und Schmerz, eine ganz besondere Beziehung zwischen zwei Menschen.

Hier noch ein paar Definitionen aus anderen Quellen. Die Wikipedia definiert es auf diese, etwas sehr sterile, aber wahre Weise:

Liebe ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist

Richard David Precht meint dazu:

Liebe ist eine unordentliches Gefühl

und man muss ihm schon irgendwo recht geben.
Bei Rammstein, wie kann es anders sein,  geht es ums rammeln:

Liebe ist für alle da

Den Schmerz und die Leidenschaft hat keiner besser auf den Punkt gebracht wie Franz Kafka:

Liebe ist, daß Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.

Aber die schönste und  romantischste  Beschreibung wie ich finde hat Nena besungen:

Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist

Und falls euch auch noch ein paar schöne Zitate einfallen, dann schreibt sie mir in den Kommentar.

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Der Sonnenschein, der Frosch und der Sperling

geschrieben in menschliches, philosophisches am Dezember 13th, 2009 von ra.f.

Der Sonnenschein war verliebt. Lange hatte er ihn angesehen, den Frosch, der da auf der Leiter saß, grün und schön und voller Stolz. Helle und glückliche Tage verbrachten sie zusammen. Und alle konnten es sehen; alle die Wärme spüren  die er für den Frosch in die Welt strahlte.

Abwechslung! Wieder anderes erleben. Als der Frosch bemerkte wie seine Haut nach und nach trockener wurde, konnte er nur noch daran denken. Und als die Gelegenheit günstig war, wandte er dem Sonnenschein den Rücken zu und stiegt die Sprossen hinab. Die Strahlen verschwanden, es wurde kalt und dunkle Wolken verdeckten den Himmel. Und als der Sonnenschein an diesem Tag den Horizont überquerte wollte er nicht mehr wieder kommen.

Hinter fahlem Grau vergingen die Tage, Regen prasselte und Unwetter wüteten. Da gingen alle zum Frosch, baten ihn, etwas zu tun. Nach langem Zögern willigte er ein, stieg die Sprossen wieder hinauf. Alle freuten sich. Doch die Wolken wichen nicht und keiner wusste ob es den Sonnenschein noch gab.

Ein kleiner Sperling, der oft mit dem Sonnenschein zusammen war, fasste seinen ganzen Mut, flog hoch, höher als er jemals zuvor geflogen war. Er stieß durch die Wolken und  fand den Sonnenschein, allein, traurig und voller Angst. Der Sonnenschein erzählte, wie gerne er zurückkehren würde. Doch der Frosch! Und die Leiter! Es war nicht möglich!

Der Sperling berichtete dem Sonnenschein von der Rückkehr des Frosches, vom erfolglosen Aufstieg. Er berichtete auch von den anderen die darauf warteten das er wieder kehre. Doch bald schon musste er zurück fliegen, denn seine Kräfte ließen nach.

Der Sonnenschein verbrachte noch eine lange Zeit allein hinter den Wolken. Aber dann beschloss er, es müsse vorbei sein.

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Fassade

geschrieben in menschliches am Oktober 24th, 2009 von ra.f.

hab ich je gesehen
wer du wirklich bist
nimm die maske ab
zeig mir dein gesicht
hast du den mut?
nein, du hast ihn nicht

das was du siehst
ist nicht nur schein
wenn ich jeden schutz dir opfer
was wird dann anders sein?
kann ich dir vertrauen
auch diese antwort lautet, nein

was ist es
das du vor mir verbirgst
welch dunkles geheimnis
hinter diesem vorhang wirkt
ich habe angst
das unsre liebe stirbt

woher kommen diese zweifel
ich kann es nicht verstehen
dieses plötzliche verlangen
die zeit war doch so schön
aber kann mich nicht entblößen
wir müssen auseinander gehn

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böser traum

geschrieben in kulturelles am August 30th, 2009 von ra.f.

beobachte mich, beobachte dich
beobachte mich wie ich dein gesicht berühre
berühre mich, berühre mich
mit deiner anmut

ich kann nicht schlafen
denn ohne dich
ist das leben nur ein böser traum

niemand weis wie es sich anfühlt
die geringste antwort
von deinen lippen direkt zu mir
wie der flug des tänzers
geboren zu bewegen
denn ohne dich
ist das leben nur ein böser traum

es gibt keinen weg
auf dem du mich heute nacht verlassen kannst
doch ich beginne zu begreifen dass du gehen wirst
NEIN
öffne deine augen, öffne deine augen
ich brauche dich jetzt hell wach
steh auf,steh auf
denn ich breche zusammen
gib mir deine liebe, zeige mir deine liebe
sage mir das du mich nie verlassen wirst

bedecke meine ohren, bedecke meine augen
erzähle mir nicht die schlechten neuigkeiten
ich werde jahre brauchen, und mich fragen
gab es etwas, was ich hätte tun können?
das ist nicht richtig, das ist nicht wahr
heute nacht ist nur ein böser traum

es gibt keinen weg
auf dem du mich heute nacht verlassen kannst
doch ich beginne zu begreifen dass du gehen wirst
NEIN
öffne deine augen, öffne deine augen
ich brauche dich jetzt hell wach
steh auf,steh auf
denn ich breche zusammen
gib mir deine liebe, zeige mir deine liebe
sage mir das du mich nie verlassen wirst

alles was ich besitze, alles was ich besitze
nimm es
alles was ich besitze, alles was ich besitze
nimm es

öffne deine augen, öffne deine augen
ich brauche dich jetzt hell wach
stehe auf,stehe auf
denn ich breche zusammen
gib mir deine liebe, zeige mir deine liebe
sage mir das du mich nie verlassen wirst

alles was ich besitze, alles was ich besitze
nimm es
alles was ich besitze, alles was ich besitze
nimm es

öffne deine augen, öffne deine augen
ich brauche dich jetzt hell wach
stehe auf,stehe auf
denn ich breche zusammen
gib mir deine liebe, zeige mir deine liebe
sage mir das du mich nie verlassen wirst

öffne deine augen, öffne deine augen
ich brauche dich jetzt hell wach
stehe auf,stehe auf
denn ich breche zusammen
gib mir deine liebe, zeige mir deine liebe
sage mir das du mich nie verlassen wirst

(Orig. Ben’s brother – bad dream)

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